Fritz-Reuter-Straße in der KTV wird komplett saniert

Breitere Gehwege, Bänke und vielleicht auch ein paar Hochbeete sollen die Aufenthaltsqualität in der Fritz-Reuter-Straße erhöhen – es wird jedoch weniger Bäume und Parkplätze geben

2. Oktober 2021, von
Fritz-Reuter-Straße in der KTV wird komplett saniert
Fritz-Reuter-Straße in der KTV wird komplett saniert

Am Freitag, dem 17. Dezember 2021, findet von 14 bis 16 Uhr die digitale Auftaktveranstaltung in Form eines Zoom-Meetings unter www.fritz-schafft-platz.de statt. Es können Fragen gestellt, Planer befragt und Meinungen diskutiert werden.

„Wir haben an der Stelle als Verwaltung Großes vor“, sagt Holger Matthäus (Grüne) bei der Auftaktveranstaltung zur Umgestaltung der Fritz-Reuter-Straße in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV).

„Wir müssen in diesen Straßenraum rein“, erläutert der Senator für Infrastruktur, Umwelt und Bau den „Handlungszwang“, die unterirdischen Leitungen zu erneuern. In einem Gemeinschaftsprojekt wollen Hansestadt, Stadtwerke, Nordwasser sowie der Warnow-Wasser- und Abwasserverband neue Fernwärme-, Trink- und Abwasserleitungen verlegen. Gleichzeitig möchte man sich besser für Starkregenereignisse wappnen. Mehr als einen Meter Durchmesser hat der geplante Regenwasserkanal unter der Straße, der Teil einer geplanten Entwässerungsleitachse von den Barnstorfer Anlagen bis in die Warnow im Stadthafen ist.

Nach den unterirdischen Arbeiten soll die Fritz-Reuter-Straße auch oberirdisch komplett neugestaltet werden und mehr Aufenthaltsqualität bieten, kündigt Dr. Ute Fischer-Gäde, Leiterin des Amts für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen, an.

Straßenraum wird neu aufgeteilt

Die erste Planung sah vor, die Aufteilung der Fritz-Reuter-Straße wieder in den jetzigen Stand zu bringen. Doch eigentlich haben aktuell alle zu wenig Platz: Die Gehwege sind mit 1,50 Meter untermaßig, die etwa 1,30 Meter breiten Baumstreifen bieten keine guten Standortbedingungen und mit 3,75 Meter ist die Fahrbahn zu schmal für eine sichere Begegnung von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern.

Die Lösung: Bäume und parkende Pkw teilen sich künftig einen zwei Meter breiten Grünstreifen. So bleibt mehr Platz für die Gehwege (2,50 Meter, incl. Distanzstreifen zu den Stellflächen) und die Fahrbahn (4,50 Meter). Nachteil: Es gibt weniger Bäume und weniger Parkplätze.

Nur noch 73 statt 115 Bäume

115 Bäume stehen derzeit in der Fritz-Reuter-Straße. Für die Baumaßnahme müssen alle weichen. 89 werden in den Rote-Burg-Park in der Südstadt umgepflanzt, die restlichen gefällt.

Nach der Umgestaltung reicht der Platz nur noch für 73 Bäume – Weißbuchen, Amber- und Schnurbäume sollen neu gepflanzt werden. Für sie ist ein intelligentes Bewässerungskonzept geplant, erläutert Grünamtschefin Fischer-Gäde. Unterirdische Sickerpackungen sollen das Regenwasser für die Bäume zwischenspeichern. Wird es trotzdem zu trocken, schlagen Feuchtigkeitssensoren Alarm und die Sickerpackungen können über eine Öffnung befüllt werden.

Für die nicht nachgepflanzten 42 Bäume erfolgt ein finanzieller Ausgleich an den Baumfonds der Hansestadt.

Mehr als 100 Stellplätze entfallen

Die Anzahl der Stellplätze reduziert sich von aktuell 175 auf 73. Parken sollen Anwohner ihre Fahrzeuge künftig in Quartiersgaragen. Wo genau diese entstehen, ist jedoch weiterhin unsicher. Im Zusammenhang mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens könnte eine Tiefgarage auf dem Ulmenmarkt entstehen, erläutert Martin Schüffler vom Amt für Mobilität. Drei Tiefgeschosse würden etwa 295 Parkplätze ermöglichen.

Schneller realisiert werden könnten Parkpaletten über dem vorhandenen Parkplatz an der S-Bahn-Brücke. Die Wiro prüft die Idee, Ergebnisse liegen allerdings noch nicht vor, so Schüffler.

Holger Matthäus brachte wieder das Parkhaus hinter dem Polizeirevier Ulmenstraße ins Gespräch. Bei dessen Bau fand man keine Einigung, Bausenator Matthäus hofft jedoch auf einen Kompromiss mit der neuen Landesregierung.

Ob eine der Quartiersgaragen steht, bevor die Stellplätze entfallen, ist allerdings fraglich. Daher soll für die Anwohner zumindest eine Ausweitung des Bewohnerparkens geprüft werden, sagt Schüffler. Mehr Carsharing und neue Mobilitätspunkte samt Lastenradverleih könnten zudem Alternativen zum eigenen Pkw schaffen.

Die Fahrbahn soll asphaltiert und damit sowohl leiser als auch fahrradfreundlicher werden, das Kopfsteinpflaster wird teilweise für die Rinnen und Parkplätze wiederverwendet.

Umfassende Bürgerbeteiligung geplant

„Jeder Parkplatz tut weh, jeder Baum tut weh“, weiß Fischer-Gäde. Aus diesem Grund soll die Bürgerbeteiligung bei der Neugestaltung der Reuter-Straße groß geschrieben werden, verspricht die Leiterin des Grünamts: „Wir sind in einer Phase, wo wir noch über das eine oder andere an Veränderungen nachdenken können.“ Noch in diesem Jahr ist ein Stadtspaziergang („Talk Walk“) geplant, auf dem neben Straßenplanern auch Anwohner und Kneipenbesitzer zu Wort kommen sollen.

2022 soll mit den Arbeiten begonnen werden. Geplant sind drei Bauabschnitte, der erste reicht von der Doberaner Straße bis zur Borwinstraße.

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