Weniger Umschlag im Rostocker Seehafen 2011

Fehlende Wassertiefe und Ernteausfälle verhagelten dem Seehafen Rostock 2011 die Umschlagsbilanz

13. Januar 2012, von
Dr. Ulrich Bauermeister stellte die Umschlagsbilanz des Seehafens Rostock für 2011 vor
Dr. Ulrich Bauermeister stellte die Umschlagsbilanz des Seehafens Rostock für 2011 vor

Im gesamten Rostocker Hafengebiet gab es 2011 mit 24 Millionen Tonnen ein Minus von fünf Prozent zu verzeichnen. „In der Summe sicherlich nicht sehr erfreulich“, wertete Dr. Ulrich Bauermeister die Zahlen, die er heute bei der Vorstellung der Jahresbilanz bekannt gab.

Dies gelte umso mehr für die 22,3 Millionen Tonnen, die im Überseehafen umgeschlagen wurden, führte der Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (HERO) weiter aus. Im Vergleich zum Jahr 2010 liegt das Minus hier bei sechs Prozent.

„Insbesondere der heftige Einbruch beim Rohölumschlag verhagelte uns die Umschlagbilanz des Seehafens für das Jahr 2011“, so Bauermeister. Um 1,7 Millionen Tonnen oder 38 Prozent ging der Umschlag von Flüssiggütern im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Die Ursache sieht der HERO-Chef in der zu geringen Tiefe des Rostocker Seekanals. Solange Tanker mit einem Volumen von 120.000 Tonnen die Hansestadt nicht anlaufen können, ohne vorher in anderen Häfen um ein Drittel geleichtert zu werden, habe Rostock erhebliche Wettbewerbsnachteile. Vom Bund forderte Bauermeister die Vertiefung der Bundeswasserstraße von aktuell 14,50 auf 16,50 Meter.

Ein leichtes Minus von drei Prozent gab es 2011 beim Schüttgut zu verzeichnen. Größtes Problem war hier im vergangenen Jahr das Wetter, das zu schlechten Ernteergebnissen führte. „Wo kein Getreide ist, kann man auch keins umschlagen“, erklärte Bauermeister den Rückgang beim Getreideumschlag um 800.000 Tonnen. Deutlich besser entwickelte sich der Bereich der Stückgüter, bei dem ein 50-prozentiger Zuwachs auf 550.000 Tonnen zu verzeichnen war.

Fährverkehr im Rostocker Hafen
Fährverkehr im Rostocker Hafen

Bei den Fährgütern gab es 2011 eine leichte Steigerung von 11,5 auf 11,7 Millionen Tonnen, die Zahl der Fährpassagiere entwickelte sich hingegen leicht rückläufig auf 2,01 Millionen (minus 50.000). Unter Berücksichtigung der umfangreichen Baumaßnahmen und des Rückzugs von Tallink aus dem Fährverkehr nach Helsinki zeigte sich Bauermeister zufrieden mit diesem Bereich. Mit der Fertigstellung des neuen Fähranlegers und dem Einsatz der beiden neuen Scandlines-Fähren ab dem Frühjahr soll jedoch auch hier eine Trendwende geschafft werden.

Durchweg zufriedenstellend entwickelte sich im vergangenen Jahr das Kreuzfahrtgeschäft. Mit 181 geplanten Anläufen scheint sich der positive Trend mit den Kreuzfahrtschiffen in Rostock-Warnemünde auch 2012 fortzusetzen. Erstmalig wird an den drei Kreuzfahrt-Liegeplätzen in Warnemünde ab diesem Jahr die Annahme und Aufbereitung von Schiffsabwässern möglich sein – 1,7 Millionen Euro wurden dafür von der Hafen-Entwicklungsgesellschaft investiert.

Insgesamt investierte die HERO 2011 über 55 Millionen Euro in die Infrastruktur des Seehafens, für dieses Jahr sind rund 50 Millionen Euro geplant. Trotz rückläufiger Umschlagsergebnisse schreibe der Hafen auch 2011 wieder „sehr vernünftige schwarze Zahlen“, erklärte Bauermeister, ohne diese weiter zu präzisieren.

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