Ideenwettbwerb für die Nordseite des Neuen Marktes

Buchhaus, Verwaltung, Wohnen, Shoppen – mit einem städtebaulichen Wettbewerb sollen Ideen für die Gestaltung des Bereiches zwischen Marienkirche, Rathaus und Kleine Wasserstraße gefunden werden

25. Juni 2012, von
Neuer Markt und Rathaus Richtung Süden
Neuer Markt und Rathaus Richtung Süden

Die Nordkante des Neuen Marktes soll wieder bebaut werden. Das ist zwar schon lange beschlossen, aber nun kommt wieder Schwung in das Vorhaben. Mit einem zweiphasigen städtebaulichen Wettbewerb – ähnlich wie bei der Mittelmole – sollen Ideen für eine qualitativ hochwertige Gestaltung der gut 12.000 qm großen Fläche gefunden werden.

Die zu gestaltende Fläche bezieht sich dabei nicht nur auf das Gebiet zwischen Marienkirche und Straßenbahngleise, wo jetzt Blumenrabatten und Fahnenmasten das Bild prägen. Auch der Bereich hinter dem Rathaus an der Hege, wo jahrelang Baucontainer als provisorische Unterkunft für einen Teil der Stadtverwaltung dienten, bis zur Kleinen Wasserstraße und Krämerstraße soll einbezogen werden.

„Für uns ist das ein Bereich, der nur unzureichend beziehungsweise gar nicht bebaut ist und in der Gesamtheit entwickelt werden soll“, sagt Anja Epper, Sachgebietsleiterin für das Sanierungsgebiet Innenstadt. Sie bereitet gerade den Wettbewerb bis zum Herbst vor.

Nodkante des Neuen Marktes Richtung Norden
Nodkante des Neuen Marktes Richtung Norden

Um die Entwicklung der Gesamtfläche soll es auch vorrangig in der ersten Phase des Ideenwettbewerbs gehen. Aufgabe sei es, zu überlegen, wo welche Nutzungen sinnvoll sind. Gewerbe, Wohnen oder ein öffentlicher Raum seien vorstellbar. „Wir wollen auch im Bereich der Nordseite eine öffentliche Nutzung integrieren. Zum Beispiel einen Raum, wo man die Vicke Schorler Rolle wiedersehen kann, wo man das Thema Literatur erleben kann, gemeinsam mit einer gewerblichen Nutzung wie einen Buchhandel“, gibt Anja Epper schon mal eine Richtung vor. Oberbürgermeister Roland Methling wird noch konkreter: „Ein Haus des Buches könnte hier entstehen: Kempowski, Uwe-Johnson, die Verlagsgeschichte unserer Stadt mit Konrad Reich, das Literaturhaus – alles das könnte in diesem Bereich seinen Platz finden. Vielleicht auch die schon lange diskutierte neue Stadtbibliothek und das Stadtarchiv.“

Außerdem, so die Stadtplanerin, soll die öffentliche Verwaltung in diesen Bereich eingeordnet werden, als Ergänzung zum Rathaus, sodass sie sich hier konzentriert. Das Thema Parkplätze steht ebenfalls auf der Wunschliste.

In der zweiten Phase geht es um den Neubau der Nordseite des Neuen Marktes, der nach Barocksaal, Großer Stadtschule und weiteren Projekten so eine Art Schlussstein der Sanierung der Innenstadt darstellen soll.

Im Herbst soll die Auslobung fertig sein und der Arbeitsprozess beginnen. Auch ein Bürgerforum sei wieder geplant. Ende 2013 sollen dann die ersten Ideen auf dem Tisch liegen. Nach der Preisverleihung geht es dann an die Ausarbeitung und Ausschreibungen.

Der Verwaltungscontainer hinter dem Rathaus soll weg.
Der Verwaltungscontainer hinter dem Rathaus soll weg.

Wie die Nordseite aussehen wird, ist noch ungewiss. „Die Qualität der Architektur ist ganz entscheidend, die 100 Jahre und länger dort stehen und das Gesicht der Hansestadt Rostock mitprägen soll. Man muss sich mit der Historie auseinandersetzen. Man muss dem Gebäude aber auch ansehen, wann es gebaut wurde“, wirbt Anja Epper für eine zeitgemäße Architektur.

Die Nordseite des Neuen Marktes wurde, wie auch andere Bereiche rund um den Platz, bei einem Bombardement im April 1942 stark zerstört. Von ursprünglich zehn waren drei Häuser erhalten geblieben, die jedoch 1960 beim Bau der Langen Straße abgerissen wurden. Seitdem blieb die Nordseite unbebaut und der Platz bis zum Vogelsang offen.

„Das wesentliche städtebauliche Ziel ist es, den Platz wieder als Platz herzustellen“, so Anja Epper. Bis 2018, dem 800. Stadtgeburtstag Rostocks, soll die Bebauung der Nordkante fertig sein, kündigt Roland Methling an.

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