Bürgerentscheid in Rostock: Tradi bleibt in Schmarl

Das Traditionsschiff soll in Schmarl bleiben und nicht in den Stadthafen verlegt werden – so lautet das vorläufige Endergebnis des Bürgerentscheids in Rostock

24. September 2017, von
Bürgerentscheid in Rostock: Tradi bleibt in Schmarl
Bürgerentscheid in Rostock: Tradi bleibt in Schmarl

Insgesamt 173.166 zur Abstimmung berechtigte Rostockerinnen und Rostocker waren heute neben der Wahl des Bundestages aufgerufen, über die Frage „Sollen das Traditionsschiff und die weiteren maritimen Ausstellungsstücke vom Standort Schmarl in den Stadthafen verlegt werden?“ abzustimmen.

Nach der Auszählung der 162 Stimmbezirke hat sich ein deutlicher Vorsprung der Gegner ergeben. 68.198 Rostocker (57,4 Prozent) haben sich nach dem vorläufigen Endergebnis gegen die Verlegung des Tradis in den Stadthafen, also für den Verbleib am IGA-Park in Rostock-Schmarl ausgesprochen. Nur 50.529 Ja-Stimmen (42,6 Prozent) wurden gezählt.

Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 69,6 Prozent. Die in der Kommunalverfassung des Landes geforderten 25 Prozent der Wahlberechtigten (43.299 Stimmen), die sich für oder gegen die Verlegung entscheiden müssen, ist damit deutlich überschritten, der Bürgerentscheid ist gültig, das Tradi bleibt in Schmarl!

Detaillierte und nach Stimmbezirken gegliederte Daten zur Auszählung des Bürgerentscheids gibt es im Wahlatlas.

Schlagwörter: Bürgerentscheid (5)Politik (108)Traditionsschiff (29)

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11 Kommentare

  • Björn sagt:

    Entschuldigung, was ist denn das für eine schönfärberische Wertung? 58:42 ist doch kein „Kopf-an-Kopf-Rennen“, sondern eine klare Klatsche für den OB und seine Kumpels aus dem maritim-technischen Milieu!!
    Jahrelang haben diese Truppen gegen die Bürgerschaft gewettert, dass es doch jedem Rostocker völlig klar sei, dass das Schiff in den Stadthafen gehöre und das die Bürgerschaft zu blöd sei, das zu kapieren. Und jetzt stellt sich heraus: eine deutliche Mehrheit der Bürger/innen hält von einer Verlegung gar nichts!! Und dass, obwohl die „Go Tradi go“-Kampagne deutlich mehr Geld hatte (woher eigentlich?). Methling & Co sind bis auf die Knochen blamiert, und mit ihnen Linke und CDU, die sich nicht zu einer klaren Position durchringen konnten.

  • Olaf sagt:

    Wir haben die Zahlen laufend aktualisiert. Bei den zu Beginn nur wenigen ausgezählten Stimmbezirken konnte man auf jeden Fall noch von einem Kopf-an-Kopf-Rennen sprechen.

    Weder müssen noch möchten wird irgendetwas schönfärben.

  • Frank sagt:

    Wenn die jetzt noch den Stefan Jantzen nach Schmarl verlegen und die Chance nutzen, hier ein ordentliches Museum um das Tradi aufzubauen, ist das eine doppelte Chance. Zum einen hätte so ein Museum hier viel besser Platzverhältnisse, und zum Anderen wird der Verkehr im Stadthafen entlastet. Mit ein paar neuen Parkplätzen (vor Allem am Südeingang des IGA-Parks) und ein bißchen mehr Werbung für das Gesamte, kann hier richtig gut was abgehen – zum allgemeinen Profit.

  • Rainer E. sagt:

    Wenn die Rostocker Bürger das Schiff in der Bedeutungslosigkeit versenken wollen ist das natürlich ihr gutes Recht. Touristen werden sich (zu Recht) nicht nach Schmarl verirren und der IGA Park wird ein noch größeres Geldgrab.
    Das war die Chance sowohl dem Schiff als auch diesem sinnlosen „Park“ einen Neuanfang zu ermöglichen.

  • Henry sagt:

    Vielleicht kann man das viele eingesparrte Geld für Landstrom unserer tollen Kreuzfahrtschiffe ausgeben und damit die Abgasbelastung senken, beschäftigt euch bitte mal damit, die wenigsten wissen überhaupt, dass die Kreuzfahrtschiffe permanent ihre Motoren laufen lassen müssen weil Rostock kein Geld übrig hat um Landstrom zu gewährleisten. Als ich das mit dem Traditionsschiff mitbekommen habe, war ich einfach nur sprachlos. Wie kann man nur so dekadent sein. Und wenn mein Vorschlag schon niemanden interessiert, dann tut halt was für die Kinder oder unsere Rentner. Es gibt garantiert genug Probleme der Einheimischen mit 10 Millionen oder deutlich mehr in der Stadt zu lösen.

  • Sven sagt:

    @ Henry
    Leider werfen Sie alles in einen Topf…Bürgerentscheid, Landstrom Warnemünde, Kinder, Rentner. Mit einer seriösen Debatte hat das wenig zu tun.
    Deshalb nur zum Landstromanschluss: Dafür benötigen Sie auch Schiffe mit entsprechenden Einrichtungen. Eine standardisierte Technik hierfür ist leider nicht absehbar. Deshalb wäre aus heutiger Sicht ein Stromanschluss, der bei keinem oder nur einzelnen Schiffen anwendbar wäre, rausgeschmissenes Geld.
    Auf Ihren diesbezüglichen Beitrag wäre ich dann gespannt.

  • Dietmar sagt:

    Mit dem Entscheid das Tradi in Schmarl zu lassen, hat man sich gegen die Vernunft entschieden. Welcher Tourist kommt schon in den IGA -Park ? Im Stadthafen würden würde sich die Besucherzahl vervielfachen.

  • Thomas sagt:

    Richtig welcher Tourist kommt schon in den IGA-Park , weil keiner weis was dort ist und wo er ist.
    Werbung , Hinweisschilder ,eine Shuttelverbindung vom S-Bahnhof , vielleicht sogar das anlaufen von Fahrgastschiffen alles würde helfen , und das hätte mann auch schon Jahre vorher machen sollen.

  • Birger X sagt:

    Irgendwie erscheinen mir die Aussagen, eher nach Bauchgefühlen als nach der Faktenlage. Das Tradi hat im Jahr 2015 47.812 Besucher, das meist besuchte Museum war die Kunsthalle mit 70.358 Besuchern.
    Ich finde den Besucherwert in Schmarl nicht schlecht, deswegen kann ich auch nicht zustimmen das „das Tradi in der Bedeutungslosigkeit versenkt“ worden ist.
    Gut „vervielfachen“ wir mal die Besucherzahlen, also ziehen mit der Kunsthalle gleich. Das heisst 23k Leute mehr im Jahr, mal die 3Euro Eintritt, dann durch die 10Mio Euro Verlegung; in 145 Jahren hat sichs amortisiert.
    Das Museen zuschussgeschäfte sind, ist klar und das Sie dem grösstmöglichen Publikum zugänglich sein sollten, ist auch klar. Aber für ca 10k Leute mehr, MinimuM 10Mio Euro ausgeben zu wollen, nein das steht nicht im Verhältnis.
    Wer also unbedingt Schiffe gucken will oder das maritime Flair spüren will, und nicht auf die Hanse-Sail warten kann, der muss nicht nur bis Schmarl er muss in den Überseehafen. Dort landen und legen die Schiffe an ab, dort kommen Passagiere an oder verreisen, dort werden Waren umgeschlagen.

    Gut die „Vernünftigen“ haben ja 2 Jahre Zeit für einen neuen Anlauf, viel Spass aber bitte den gleichen Erfolg.

  • Sven sagt:

    @ Birger
    Knapp 48.000 Besucher sind angesichts der Örtlichkeit kein schlechter Wert, das stimme ich zu. Aber ich bezweifele dass es sinnvoll ist, die Umzugskosten nur auf die anvisierten zusätzlichen Besucher umzulegen:
    Der Stadthafen muss sowieso weiterentwickelt werden, das jetztige Provisorium (für mich eine der Stadt unwürdige Brache – sehr schade!) kann nicht dauerhaft weiter Bestand haben. Und das werden Sie mit nur privaten Investitionen nicht hinbekommen, außer Sie verbauen sich das Gelände weitgehend mit Beton. Das kann niemand wollen.
    Also muss sowieso öffentliches Geld in die Hand genommen werden. Das Tradi wäre eines von mehreren Elementen gewesen.
    Und – welche Funktion soll der Stadthafen zukünftig noch haben außer drei Tagen HanseSail pro Jahr? Ich kenne keine bedeutende Hafenstadt, die ihr maritimes Erbe hinter einem schlecht erreichbaren Vorstadtpark versteckt.
    Bin übrigens kein Rostocker, war also nicht stimmberechtigt. Aber die Argumente der Befürworter des Umzuges haben mir eher eingeleuchtet.

  • Sven sagt:

    Noch ein Gedanke:
    68198 Rostocker haben sich gegen den Umzug ausgesprochen. Das sind über 42% mehr als die erwähnte Besucherzahl 2015 auf dem Schiff. Wenn man die Nicht-Rostocker unter den Besuchern abzieht, wir das Delta noch größer. Das erinnert mich an Bürger, die gegen die Schließung einer öffentlichen Einrichtung protestieren, die sie aber selber gar nicht nutzen. Das Bauchgefühl dürfte also eher auf Seiten der Umzugsgegner liegen.
    These: Wenn der Bürgerentscheid nicht mit der Bundestagswahl gekoppelt worden wäre, hätte es deutlich weniger Nein-Stimmen gegeben.

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