Verkehrsunfallstatistik 2015 der Polizeiinspektion Rostock

Mehr Unfälle, mehr Verletzte und eine tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmerin lautet die negative Bilanz der Verkehrsunfallstatistik 2015 für den Bereich der Hansestadt Rostock

11. Mai 2016
Die Kreuzung am Vögenteichplatz gehört auch in der Verkehrsunfallstatistik 2015 weiterhin zu den Unfallschwerpunkten (Foto: Archiv)
Die Kreuzung am Vögenteichplatz gehört auch in der Verkehrsunfallstatistik 2015 weiterhin zu den Unfallschwerpunkten (Foto: Archiv)

Mehr Unfälle, mehr Verletzte und eine tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmerin – nachdem in den vergangenen Jahren die Bilanz der Verkehrsunfallentwicklung regelmäßig positiv ausfiel, setzte sich dieser Trend im Jahr 2015 nicht fort.

So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 6.170 Verkehrsunfälle im Bereich der Hansestadt Rostock registriert. Die Anzahl der Unfälle stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent (2014 – 5.718 Verkehrsunfälle).

Damit ist die Zahl der erfassten Verkehrsunfälle innerhalb der letzten Dekade erstmalig auf über 6.000 angestiegen. Der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, Polizeidirektor Michael Ebert, sieht die Entwicklung mit Sorge und mahnt zu mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr: „Die Unfallauswertung zeigt, dass trotz einer deutlich verbesserten Straßeninfrastruktur, der verschiedensten präventiven Maßnahmen und deutlich verbesserter Fahrzeugtechnik der Faktor ‚Mensch‘ die entscheidende Rolle spielt. Hier müssen wir sensibilisieren und mit Aus- und Fortbildung sowie permanentem Kontrolldruck für die Einhaltung der Verkehrsvorschriften sorgen.“

Dr. Chris Müller, Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung der Hansestadt Rostock und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters, unterstreicht: „Stadtverwaltung und Polizei können mit Kontrollen, mit veränderter Beschilderung oder mit dem Umbau von Kreuzungen Einiges zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen. Letztlich kommt es aber genauso auf die Verkehrsteilnehmer an. Wer sich dauernd von Handys oder Kopfhörermusik ablenken lässt, wer zu schnell und aggressiv fährt, wer sogar rote Ampeln missachtet, der darf sich nicht wundern, wenn es irgendwann knallt. Hier wünschen wir uns ein Umdenken, denn wir alle wollen sicher ankommen.“

Nachdem es im Jahr 2014 erstmalig keinen einzigen Verkehrstoten gab, verunglückte im letzten Jahr eine Fußgängerin tödlich. Die Zahl der Verletzten liegt mit 800 deutlich über der des Vorjahres (2014 – 713 verletzte Verkehrsteilnehmer). Damit einher geht auch ein Anstieg der schwer verletzten Personen (2015 – 90 / 2014 – 64).

Hauptunfallursachen 2015

Die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle mit Personenschäden waren im vergangenen Jahr:

  1. Unaufmerksamkeit
  2. Nichtbeachten der Vorfahrt
  3. ungenügender Sicherheitsabstand

Der innerstädtische Verkehr verlangt aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens die komplette Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer. Gerade hier fehlt offensichtlich das Bewusstsein, so dass Ablenkungen verschiedenster Art mittlerweile zur Unfallursache Nummer 1 geworden sind.

Zusätzlich stellen insbesondere das Fahren unter Alkoholeinfluss sowie zu schnelles Fahren große Gefahren im Straßenverkehr dar. Darauf hat die Rostocker Polizei mit gezielten Kontrollen reagiert. Bei den fast 1.000 durchgeführten Verkehrskontrollen wurden insgesamt 41.017 (2014 = 40.571) Fahrzeuge kontrolliert und dabei 16.886 Ordnungswidrigkeiten festgestellt.

Im Detail wurden u.a. folgende Verstöße registriert:

  • 4.555 Geschwindigkeitsüberschreitungen
  • 539 Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol und/oder Drogen
  • 753 Rotlichtfahrten
  • 928 Handynutzung ohne Freisprecheinrichtung
  • 1.870 Fahren ohne Sicherheitsgurt / ohne Rückhaltesystem für das Kind
  • 711 Fahren ohne Hauptuntersuchung

Hauptunfallverursacher

Die jungen Fahrer im Alter von 18 bis 25 Jahren bilden nach wie vor eine der Risikogruppen im Straßenverkehr. 9 Prozent der Verkehrsunfälle wurden von Fahrern dieser Altersgruppe verursacht. Allerdings zeigt die Entwicklung in der Hansestadt Rostock, dass auch die Altersgruppen der 65- bis 74-Jährigen (14 Prozent) auffällig häufig Verkehrsunfälle verursachen.

Unfallschwerpunkte

Die seit 2011 in der Polizeiinspektion Rostock elektronisch geführte Unfalltypenkarte gibt ein genaues Verkehrslagebild für die Hansestadt wieder. Die erkannten Unfallhäufungsstellen werden in der Verkehrsunfallkommission besprochen, um geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr zu treffen.

Besondere Unfallschwerpunkte in der Hansestadt Rostock sind u.a.:

  • L 22 / Am Strande – Warnowstraße / Gaffelschonerweg
  • L 22, Lübecker Straße / Maßmannstraße / Werftstraße
  • Vögenteichplatz
  • Holbeinplatz
  • Südring / Erich-Schlesinger-Straße

„Auch wenn der Anstieg der Unfallzahlen in Rostock dem Landestrend entspricht, wird diese Entwicklung hier sehr kritisch bewertet. Unter Berücksichtigung der festgestellten Ursachen werden wir gemeinsam mit den Verantwortungsträgern der Hansestadt gezielt Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des Unfallgeschehens ergreifen“, sagte PD Michael Ebert abschließend auf der heutigen Pressekonferenz.

Quelle: Polizeiinspektion Rostock

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