Volkstheater Rostock - Neubau am alten Standort?

Christian Blauel, OB-Kandidat der Grünen, möchte das Große Haus in der Doberaner Straße sanieren und mit einem Anbau erweitern

25. Januar 2012, von
Christian Blauel mit seinem Modell fürs Volkstheater Rostock
Christian Blauel mit seinem Modell fürs Volkstheater Rostock

Stadthafen, Bussebart oder Rosengarten – wo soll es stehen, Rostocks neues Theaterhaus? Geht es nach Christian Blauel, dem OB-Kandidaten der Grünen, bleibt das Volkstheater dort, wo es bis zur Schließung des Großen Hauses spielte – in der Doberaner Straße.

„Das ist eigentlich der optimale Standort.“ Beherzt schiebt der grüne Architekt die Baukörper auf seinem Modell hin und her. „Ich glaube, dass wir den Standort entwickeln können“, zeigt sich Blauel überzeugt und setzt einen kleinen blauen Quader auf die Freifläche vor dem Großen Haus.

„Zwei Drittel von der Berliner Schaubühne – ein Theatersaal, so wie ihn Rostock braucht, mit komplettem Bühnenhaus“, erläutert er den ersten Schritt seiner Planungen, mit dem noch in diesem Jahr begonnen werden könnte. Bei laufendem Betrieb des ertüchtigten Hauses könnte man das Theater so an die Doberaner Straße heranholen.

Nicht mehr als 20 Millionen möchte der Architekt als Anfangsinvestition ausgeben. Im Gegensatz zu den großen Neubauvisionen seiner Mitbewerber um den Stuhl des Oberbürgermeisters möchte er Schritt für Schritt nur das bauen, was die Stadt sich leisten kann.

Volkstheater Rostock, Großes Haus - hier könnte der Neubau entstehen
Volkstheater Rostock, Großes Haus - hier könnte der Neubau entstehen

Als nächstes könnte der alte Saal saniert werden und dort ein Konzertsaal entstehen, führt Blauel weiter aus – Dachkonstruktion und Innenausbau müssten erneuert werden, aber „die Hülle ist ja schon da.“ Denkbar wäre es, das jetzige Foyer durch einen zeitgemäßen Baukörper zu ersetzen, vielleicht sogar mit Tiefgarage. Und auch dort, wo momentan die technische Leitung sitzt, könnte später ein moderner Verwaltungstrakt folgen.

„Das Theater kriegt nicht jetzt und sofort die optimalen Bedingungen“, schränkt der Grünenpolitiker ein, „aber wir schaffen damit den Befreiungsschlag, dass wir jetzt möglichst schnell Theater wieder sichtbar in die Stadt reinkriegen.“

Keine optimalen Bedingungen hätte in seinen Planungen allerdings der Opernbereich. Klassisch müsste es dafür zwei Nebenbühnen und eine Hinterbühne geben. „Das haben wir in Rostock noch nie gehabt, trotzdem gab es gute Inszenierungen.“ Mit Blick auf die Kosten hält Blauel derartige Beschränkungen zumindest für diskutierbar.

Doch warum jetzt und warum hier? „Die Theaterdiskussion blockiert immer wieder alles und frisst einfach auch das Geld auf“, habe er in den letzten Wochen oft feststellen müssen. Statt sich kulturellen Inhalten zuzuwenden, enden Diskussionen stets bei den Finanzen, worunter auch die vielen freien Träger leiden würden.

Mit der guten Nahverkehrsanbindung, der Gastronomie sowie den weiteren kulturellen Angeboten in unmittelbarer Nachbarschaft sieht Blauel in der KTV das passende urbane Umfeld fürs Theater. Hier, zwischen Innenstadt und Kiez, wäre es auch ideal für die Verknüpfung mit der freien Szene.

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