Familienfreundlichkeit: Eltern-Kind-Büro im Rathaus

Bei Betreuungsengpässen können Mitarbeiter der Stadtverwaltung ihre Kinder mit zur Arbeit bringen

4. Februar 2013, von
Theo testet Familienfreundlichkeit des Arbeitsplatz seines Vaters im Eltern-Kind-Büro im Rathaus für Mitarbeiter der Stadtverwaltung
Theo testet Familienfreundlichkeit des Arbeitsplatz seines Vaters im Eltern-Kind-Büro im Rathaus für Mitarbeiter der Stadtverwaltung

Welche Eltern kennen das nicht? Es ist Winter, es ist kalt, da kann es schon mal vorkommen, dass der Besuch des Kindergartens für den Nachwuchs kurzfristig wegen Krankheit unmöglich wird. Schnell muss eine Möglichkeit gefunden werden, das Kind unterzubringen. Für solche und ähnliche unvorhergesehene Betreuungsausfälle steht den Mitarbeitern der Stadtverwaltung seit heute im Rathaus ein sogenanntes Eltern-Kind-Büro zur Verfügung. Dieses kann unkompliziert mittels des elektronischen Datensystems gebucht werden.

Im Stadthaus, Hinter dem Rathaus 4, befindlich, ist es mit einem Büroarbeitsplatz und mit Sofa, Wickelkommode und Spielsachen für Babys und Kleinkinder ausgestattet. Der einjährige Theo ist einer der Ersten, der das Eltern-Kind-Büro ausprobiert. Sein Vater Dr. Michael Schlemmer, Abteilungsleiter Personalmanagement im Amt für Management und Controlling, erklärt, dass die Einrichtung des Arbeits- und Spielzimmers ein Ergebnis der an Familien gerichteten Maßnahmen aus dem Personalmanagementkonzept der Stadtverwaltung sei. „Wir wollen damit die Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhen, indem sie ihr Privatleben besser mit dem Berufsleben in Einklang bringen können.“ So seien sie gesünder, motivierter und leistungsbereiter. Fehlzeiten und Unkonzentriertheit können verringert werden. „Durch dieses Angebot müssen die Mitarbeiter nicht gleich Freizeitausgleich oder Urlaub nehmen“, betont Michael Schlemmer.

Oma Silke Janssen mit Enkel am Arbeitsplatz
Oma Silke Janssen mit Enkel am Arbeitsplatz

170 betreuungspflichtige Kinder bis 12 Jahre hat die Stadtverwaltung bei ihren Mitarbeitern gezählt. Allerdings nur bei den Eltern. Großeltern und anderen Betreuungspersonen steht das Eltern-Kind-Büro aber ebenso offen. Silke Janssen, die ihre Enkelin mitgebracht hat, sagt: „Ich freue mich, dass ich damit auch meine Kinder unterstützen kann. Mein Sohn ist im Schichtdienst tätig und meine Schwiegertochter arbeitet in Wismar.“

Das neu eingerichtete Eltern-Kind-Büro im Rathauskomplex, in dem bis zu 250 Mitarbeiter (der Altersdurchschnitt soll hier am niedrigsten sein) beschäftigt sind, ist erstmal ein Pilotprojekt – das eventuell ausgeweitet wird. Solange können es Angestellte anderer Standorte ebenfalls nutzen. Insgesamt gibt es 2300 Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, davon arbeiten etwa 1900 in Büros.

Über eine Homeoffice-Lösung, bei der die Mitarbeiter von Zuhause arbeiten können, werde auch schon nachgedacht. Allerdings seien hier noch Abstimmungen nötig, um den Datenschutz zu gewährleisten, so Michael Schlemmer.

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