Rostock möchte Kitas wieder komplett öffnen

Rostock möchte die Kitas wieder komplett öffnen – in einem Modellversuch soll sich ein Elternteil anstelle des Kindes zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen

5. Mai 2021, von
Rostock möchte Kitas wieder komplett öffnen - Eltern sollen sich für ihre Kinder testen lassen (Symbolfoto: Archiv)
Rostock möchte Kitas wieder komplett öffnen - Eltern sollen sich für ihre Kinder testen lassen (Symbolfoto: Archiv)

Rostock möchte die Notbetreuung in den Kitas beenden und die Kindereinrichtungen möglichst schnell wieder komplett öffnen. Das erklärte der zuständige Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) gestern Abend auf der Hauptausschusssitzung.

Seit dem 19. April gibt es in ganz Mecklenburg-Vorpommern nur noch eine Notbetreuung in den Kitas. Der Besuch von Kindertageseinrichtungen ist grundsätzlich untersagt. Ausnahmen gelten nur, wenn Eltern in der kritischen Infrastruktur tätig sind und die Kinderbetreuung nicht anderweitig organisiert werden kann. Weitere Ausnahmen gibt es nur in begründeten Einzelfällen.

Rostock war für kurze, aber sehr restriktive Notbetreuung

Nachdem im April auch in Rostock ein „stark steigendes Infektionsgeschehen in Kindertageseinrichtungen und Schulen“ zu verzeichnen war, habe man den Landesplänen zur Notbetreuung zugestimmt, erläutert Bockhahn.

Diese sollte jedoch für zwei Wochen „sehr restriktiv und rigide“ gehandhabt werden, um anschließend möglichst wieder unter Pandemiebedingungen öffnen zu können. Jetzt sei man jedoch bereits in der dritten Woche „mit Betreuungsquoten, die aus unserer Sicht nichts mit Notbetreuung zu tun haben“, sagt der Senator. In Krippe und Kindergarten liege die Quote bei „stabil über 40 Prozent“, im Hort um die 30 Prozent.

Eltern sollen sich für ihre Kinder testen lassen

Um die Kitas „möglichst zeitnah“ wieder unter Pandemiebedingungen komplett öffnen zu können, sollen sich Eltern für ihre Kinder testen lassen. Dies sieht ein Modellprojekt vor, das die Stadt der Landesregierung vorgeschlagen hat.

Soweit juristisch möglich soll ein Elternteil dazu verpflichtet werden, zweimal wöchentlich einen negativen Schnelltest vorzuweisen, damit das Kind in die Betreuung gehen kann.

Durch die britische Mutation sei die Ansteckung innerhalb der Familien wesentlich höher, „sodass davon auszugehen ist, dass wenn ein Kind positiv ist, auch ein Elternteil positiv wäre“, erläutert Bockhahn die Idee des Modells.

Über den Umweg der Elterntestung sollen die Kitas wieder für alle Kinder öffnen können. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht.

Kostenfreie PCR-Tests für Kita- und Krippenkinder

Zusätzlich gibt es ein freiwilliges Angebot für kostenlose PCR-Tests. Nachdem Schülern bereits im März SARS-CoV-2-PCR-Tests angeboten wurden, stehen diese jetzt auch Kita- und Krippenkindern zur Verfügung. Das Angebot erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Rostocker Gentechnik-Unternehmen Centogene.

Eltern nehmen die Test-Kits mit nach Hause und führen den Abstrich im häuslichen Umfeld durch. Die Tests werden jeweils dienstags und donnerstags in den Kindereinrichtungen eingesammelt und zum Labor gebracht. Die Ergebnisse können über das Centogene-Portal eingesehen werden.

Zwei Tests pro Woche sollen über einen Zeitraum von zwei Wochen das aktuelle Infektionsgeschehen in den Kitas möglichst vollständig erfassen.

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