FC Hansa Rostock gegen Seebären im Zoo Rostock

Fröhliches Ballspiel auf der Robben-Anlage im Rostocker Zoo

13. Oktober 2010, von
Sebastian Pelzer und Marcel Schied gegen Angra, Daisy und Egoli
Sebastian Pelzer und Marcel Schied gegen Angra, Daisy und Egoli

Vermutlich habe ich genauso viel Ahnung von Fußball wie die Tiere im Zoo. Dennoch ließ ich mir heute Vormittag ein Match zwischen dem FC Hansa Rostock und den Seebären des Rostocker Zoos nicht entgehen. Das ist ja auch mal was anderes als die üblichen Spiele. Mensch gegen Tier, Herren gegen Damen, Profis gegen Amateure – wer da wohl gewinnen wird?

Mein Tipp: die Seebären. Immerhin hatten sie den Heimvorteil.

Marcel Schied im Ballbesitz
Marcel Schied im Ballbesitz

Denn mit dem Spielfeld mussten die Hansa-Kicker erst einmal klarkommen. Dem Ball wurde nämlich nicht auf einer Rasenfläche hinterhergejagt, sondern in der Robben-Anlage des Rostocker Zoos. Während die Seebärenmannschaft (im grauen Trikot) die gesamte Spielfläche nutzte, drückten sich die Profis am Beckenrand herum. Trotz Sonnenscheins war es dann wohl doch zu kalt und feucht für die Herren im blauen Trainingsanzug, um sich in den gegnerischen Spielraum vorzuwagen.

Seebär im Rostocker Zoo
Seebär im Rostocker Zoo

Ein weiteres Handicap der Profifußballer vom FC Hansa: Sie spielten in der Unterzahl. Lediglich Kapitän Sebastian Pelzer und Angreifer Marcel Schied liefen in der Robben-Anlage im Rostocker Zoo auf. Gegen die drei bärtigen Damen Angra, Daisy und Egoli taten sie sich dann auch anfangs recht schwer.

Obwohl sogar mit zwei Bällen gespielt wurde, waren die Seebären weitaus öfter in deren Besitz. Flink und wendig brachten sie die begehrten Objekte immer wieder ins Ziel. Dabei zeigten sie, dass vor allem ihr sicheres Kopfspiel eine Gefahr für den Gegner darstellte. Wenn Angra, Daisy und Egoli erst einmal mit dem Ball jonglierten, konnten die anderen Spieler nur noch bewundernd zuschauen.

Seebär im Ballbesitz
Seebär im Ballbesitz

Aber auch Marcel Schied demonstrierte Kostproben seines Könnens. Seine Balljonglagen mit dem Fuß konnten sich sehen lassen und brachten Leben ins Spiel des FC Hansa. Neben seinen bisherigen sechs Toren in dieser Saison wird er auch diese Begegnung als Erfolg verbuchen können. Nur Kapitän Sebastian Pelzer fand irgendwie nicht richtig ins Spiel. Zu passiv blieb er im Abseits stehen und ging auch als erster wieder vom Feld.

Nach fünfzehn Minuten wurde die Begegnung des FC Hansa Rostock mit den Seebären des Rostocker Zoos beendet. Der Spielstand lautete: unentschieden.

Seebärencoach Lars Purbst zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Angra hat zum Schluss noch mal alles rausgeholt. Aber die Profis waren noch ein bisschen besser. Da müssen wir noch üben“, lautete sein Fazit. Zweimal täglich etwa zehn bis fünfzehn Minuten trainieren die Tiere. Angra konnte zwar schon vorher mit dem Ball spielen, Daisy hat es erst im letzen Vierteljahr gelernt, erzählte Lars Purbst vom Rostocker Zoo.

Marcel Schied und Seebär Ron
Marcel Schied und Seebär Ron

Ron, das imposante Männchen im Seebären-Team, hatte zuvor wegen Störungsverdacht die Rote Karten erhalten und konnte erst zum Spielende seine Damen und die Spieler des FC Hansa begrüßen.

Für sie hatte die Begegnung mit den Ohrenrobben einen Erfahrungswert, meinte Sebastian Pelzer. „Eine schöne Geschichte. So etwas erlebt man nicht jeden Tag“, fasst er seine Eindrücke zusammen. Auch sein Teamkollege Marcel Schied hatte sichtlich Spaß: „Am Anfang hat man immer ein bisschen Respekt, wenn man was nicht kennt. Aber zum Schluss, wenn man sich ein bisschen angenähert hat, war das schon ein guter Auftritt.“

Und was nehmen die Hansa-Spieler für das bevorstehende Spiel am Wochenende an Erfahrungen nun mit? „Ich hoffe, dass wir nicht so ängstlich spielen, wie wir hier heute reingegangen sind“, schmunzelt Marcel Schied.

Sebastian Pelzer, Marcel Schied, Stefan Beinlich, Udo Nagel und Christian Knaape
Sebastian Pelzer, Marcel Schied, Stefan Beinlich, Udo Nagel und Christian Knaape

Das Publikum war jedenfalls zufrieden mit der ungleichen Partie. In der VIP-Lounge am Beckenrand, gleich neben den zahlreichen Medienvertretern, hatten sich Zoodirektor Udo Nagel, der FC-Hansa-Manager Stefan Beinlich und Dr. Christian Knaape, Vertreter des Hauptsponsors Veolia Umweltservice versammelt. „Vielleicht wird es ja zu einer neuen Trainingsmethode“, meinte Udo Nagel mit einem Augenzwinkern.

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