Grundsteinlegung am Glatten Aal in Rostocks Innenstadt | Rostock-Heute

Grundsteinlegung am Glatten Aal in Rostocks Innenstadt

Luxuswohnungen und Gewerbeensemble „Hansekarree“ entstehen auf ehemaligem Parkplatz im Rostocker Zentrum

1. Juni 2018, von
Nach etlichen Verzögerungen wurde heute am Glatten Aal der Grundstein für das Hansekarree gelegt.
Nach etlichen Verzögerungen wurde heute am Glatten Aal der Grundstein für das Hansekarree gelegt.

Etwas Einmaliges und vielleicht auch etwas Letztmaliges entstehe gerade am Glatten Aal. „Denn so viel Platz haben wir nämlich nicht mehr in Rostocks Innenstadt, um ein solches Karree zu entwickeln“, sagte Oberbürgermeister Roland Methling heute bei der Grundsteinlegung des sogenannten HanseKarrees. Ein Termin immerhin, den das Stadtoberhaupt noch vor der Hochzeit seiner Tochter auf seiner Tagesagenda unterbrachte.

Auf der großen Baustelle zwischen Buchbinder-, Kistenmacher-, Garbräter- und Johannisstraße unweit der Kröpeliner Straße soll ein hochwertiges Wohn- und Gewerbeensemble entwickelt werden. 45 Millionen Euro investiert das irische Unternehmen Randalswood mit einer Zweigstelle in Berlin in dieses Bauprojekt.

Baustelle am Glatten Aal: Hier sollen hochwertige Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen entstehen.
Baustelle am Glatten Aal: Hier sollen hochwertige Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen entstehen.

Viele Reibungspunkte hat es in den letzten Jahren bei der Entwicklung dieses Areals im Herzen der Stadt gegeben. Ursprünglich waren großflächiger Einzelhandel, ein Hotel und ein Parkhaus für diese Fläche im Gespräch.

Als Reaktion auf den angespannten Rostocker Wohnungsmarkt sollen nun 90 Eigentumswohnungen für den gehobenen Anspruch entstehen: 28 bis 220 qm, ein bis fünf Zimmer groß. Die Wohnungen im fünften Obergeschoss sind als Penthäuser konzipiert. Unten wird es vierzehn Maisonette Wohnungen über zwei Etagen mit einem Gartengrundstück im Innenhof geben. Von Reihenhausflair in bester Citylage spricht Architekt und Geschäftsführer von Randalswood Germany Christian Solbrig.

Visualisierung des Innenhofs des Hansekarree (Quelle: Randalswood)
Visualisierung des Innenhofs des Hansekarree (Quelle: Randalswood)

Im Erdgeschoss wird sich eine große Einzelhandelsfläche von 1.500 qm befinden. Hinzu kommen fünf kleinere Gewerbeeinheiten zwischen 38 und 145 qm, die als Handels- oder Bürofläche genutzt werden können.

Zwei große Ankermieter gebe es schon, die sich jedoch erst in ein paar Wochen zu erkennen geben wollen, informiert Jana Blaschka vom Immobilienmakler Engel und Völkers. Insgesamt seien 59 Prozent bereits verkauft oder reserviert. In 18 Monaten soll der Bau bezugsfertig sein.

Visualisierung des Hansekarrees am Glatten Aal (Quelle: Randalswood)
Visualisierung des Hansekarrees am Glatten Aal (Quelle: Randalswood)

„Es gab immer wieder Stopps und Neustarts“, erinnert sich der geschäftsführende Gesellschafter von Randalswood Patrick J. McGrath, der vor elf Jahren zum ersten Mal nach Rostock kam, an Unvorhergesehenes.

Allein die archäologischen Ausgrabungen haben 1,5 Jahre beansprucht. Die Forscher entdeckten dabei nicht nur die Schnittstelle der Alt- und Mittelstadt, sondern auch zahlreiche Werkzeuge und andere Artefakte, die später in Rostocks neuem Archäologischem Landesmuseum zu sehen sein sollen. Im Mittelalter wurde auf dem Platz mit Fisch gehandelt und Volksfeste gefeiert. Bei diesem sei wohl auch das Greifen nach Aalen ein vergnügliches Spiel gewesen, erzählt Roland Methling über die Herkunft des Namens Glatter Aal.

Zuletzt wurde der ehemalige Marktplatz als Parkplatz genutzt. Wie auch die benachbarte Fläche. Für sie gebe es noch keine spruchreifen Pläne. Zumindest wurde noch nichts im Bauamt eingereicht. Ein Hotel, weitere Büro- und Gewerbeflächen seien Ideen. DasParkhauses mit 560 Stellplätzen ist jedenfalls vom Tisch. Aktuell seien nur so viele unterirdisch Stellplätze vorgesehen, wie es die Rostocker Stellplatzverordnung vorsieht, so Jana Blaschke.

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2 Kommentare

  • Dipl.-Ing. Hartmut Welk sagt:

    Ich kenne den „Glatten Aal“ noch als Wochenmarkt in den 1970-ern ! Da war noch Flair ! Nun hat man jahrelang gebuddelt und es kommt ein Klotz mit Luxuswohnungen und – geschäften hin ! Es ist die Frage: braucht man das wirklich ? Ich denke, der Charme des Platzes geht verloren ! Wann kommt man auf die Idee, die Wallanlagen zuzuschütten und dort z.B. ein EKZ zu bauen ??

  • Klaus Brökel sagt:

    Endlich wird die Innenstadt nach dem Krieg um eine Lücke ärmer. Der Glatte Aal als Markt und als Parkplatz war ein Schandfleck. In so eine zentrale Lage gehören selbstverständlich gehobenes Wohnen und Geschäfte oder Büros.

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