Kein Feuerwerk zur Hanse Sail in Warnemünde mehr?

Das Sailor’s Feuerwerk im Stadthafen und Warnemünde ist einer der Höhepunkte der jährlichen Hanse Sail in Rostock – Sicherheitsbedenken gefährden es jedoch

19. Juli 2018, von
So schön ist das Feuerwerk zur Hanse Sail in Warnemünde (Foto: Archiv)
So schön ist das Feuerwerk zur Hanse Sail in Warnemünde (Foto: Archiv)

Wie befürchtet fällt das Hanse Sail Feuerwerk in Warnemünde 2018 leider endgültig aus, das Feuerwerk im Stadthafen soll wie geplant um 22:40 Uhr stattfinden.

Traditionell verzaubert das Sailor’s Feuerwerk jedes Jahr am Hanse-Sail-Samstag im August den Sommerhimmel über Rostock und lockt Tausende Schaulustige nach Warnemünde sowie in den Stadthafen. Nun könnte das beliebte Spektakel vor dem Aus stehen. Sicherheitsbedenken gefährden die Pyro-Show.

Das mussten bereits die Besucher der beliebten Port Partys in Warnemünde erfahren. Das Höhenfeuerwerk, mit dem traditionell die auslaufenden Kreuzfahrtschiffe verabschiedet werden, wurde abgesagt. „Verboten“, zeigt sich Organisator Torsten Sitte von der Hanseatischen Eventagentur enttäuscht, doch „wir versuchen es beim nächsten Mal wieder.“

Zuständig für die Genehmigung ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA). Das führt durchaus nachvollziehbare Gründe gegen ein Abbrennen von Pyrotechnik auf der Ostmole an: Feuerwerk in Seekanal-Nähe kann die Schifffahrt irritieren, Qualm vernebelt Molenfeuer und Tonnen und nicht zuletzt könnte der Ascheregen auf vorbeifahrende Schiffe Glutnester enthalten, fasst das WSA seine Bedenken zusammen.

„In früheren Genehmigungen des Höhenfeuerwerks anlässlich der Port Party Warnemünde hatten wir uns in der Abwägung von Schiffssicherheitsbelangen einerseits und Feuerwerkspektakel andererseits zugunsten der Öffentlichkeit entschieden“, heißt es aus dem Schifffahrtsamt, das jetzt zu einem anderen Ergebnis gekommen ist und keine Genehmigung mehr zum Abbrennen des Port-Party-Feuerwerks auf der Ostmole erteilt hat.

Auslöser ist eine „geschärfte Sensibilität aufgrund des Unfalls zur letzten Hanse Sail“, so das WSA. Im Seehafen war der Dampfeisbrecher „Stettin“ mit der rückwärts an ihren Liegeplatz fahrenden Fähre „Finnsky“ kollidiert. Der Unfall passierte zwar tagsüber, doch stellt sich nun natürlich die Frage, wie es mit dem Feuerwerk zur Hanse Sail aussieht – sind hier doch wesentlich mehr Schiffe als bei den Port Partys unterwegs, zudem mit Segeln und Holzrümpfen.

„Die Feuerwerker wurden für Warnemünde um 22 Uhr und für den Stadthafen um 22:40 Uhr beantragt, der Antrag läuft“, heißt es knapp aus dem Hanse Sail Büro. Seitens des WSA gab es zum Genehmigungsverfahren bezüglich der Hanse Sail keine Auskunft, doch die grundsätzliche Position des Amtes ist klar: „Zeitgleiche Schifffahrt in Feuerwerksnähe und Feuerwerk schließen sich aus.“

So schön ist das Feuerwerk zur Hanse Sail in Warnemünde (2015):

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6 Kommentare

  • Kerstin sagt:

    Ich finde es nicht schön , das Feuerwrk war immer der Höhepunkt und nur weil einmal etwas passiert ist kann man doch gleich alles verbieten. Ich bin der Meinung man sollte an die Vernunft aller Teilnehmer und Touristen appellieren. Und was das Portparty Feuerwerk betrifft, finde ich , es kann keinen so stören. Ich habe auch noch nie irgendwelche extreme Rauchentwicklung noch irgendwelche Rußpartikel abbekommen . Aber naja man muss ebenso alles tolle verbieten, anstatt eine Lösung für alle zu suchen.

  • Wolfgang Schubert sagt:

    Ich bin gegen ein Verbot. Wenn das Feuerwerk stattfindet, ist kaum Schiffsverkehr. Ausserdem habe ich nie beobachtet, dass Seezeichen oder Befeuerung in ihrer Sichtbarkeit erheblich beeinträchtigt waren.

  • Malte sagt:

    Wird dann das Turmleuchten an Neujahr oder die Pyro Games auch abgesagt?!
    Die Feuerwerke sind immer die Höhepunkte einer solchen Veranstaltung. Und wir sind häufig dabei und es waren noch nie irgendwelche Seezeichen beeinträchtig. Und Asche haben wir auch noch nie abbekommen. Und wir sind mehrmals auf Begleitschiffen mitgefahren.
    Und als Beispiel die Stettin anführen ist einfach nur peinlich. Das ganze ist tagsüber passiert und hatte null mit einem Feuerwerk zu tun. Das war wieder eher: der Kapitän muss seinen Gästen Nervenkitzel bieten, ala Francesco Schettino.
    In Hamburg oder Kiel machen sie sich darum keine Gedanken darüber. Die freuen sich wahrscheinlich dass wir Rostocker die Touristen so in deren Städte schicken.

  • Hans Jürgen Paulik sagt:

    beim WSA scheint sich wohl wieder Jemand neu prifilieren zu wollen.
    Frage an das WSA (bitte weiterleiten):
    – hat sich jemals ein Skipper, Reeder etc über das Feuerwerk in punkto Manövrierfähigkeit beschwert ?
    – die Hi-Tec an Bord der Schiffe erlaubt heute ein Manövrieren auch ohne Sichtung der Bojen.
    -Zu der Zeit sind die Passanger-Schiffe eh schon weg. Ansonsten würde dies denen gern gefallen. Die Fähren sollten damit umgehen können.

  • Bert Käding sagt:

    Na prima, dann sind alle Schiffe, die an dem Abend unterwegs sind, im Stadthafen, das wird Gruppenkuscheln extrem, alle Schiffe der blauen Flotte und noch die zugereisten Schiffe mit dazu in dem engen Fahrwasser, da treten keine Sicherheitsbedenken beim WSA auf???? Viele Skipper verkaufen ihre Fahrten am Sonnabend als Feuerwerksausfahrt, die werden sich alle freuen. Dann kann man die Sail dieses wohl als letzte Sail verkaufen, naja, wenn Rostock diese Einnahmen nicht mehr benötigt… Und ob das Feuerwerk im Stadthafen stattfinden kann steht ja auch noch in den Sternen, wir haben Trockenheit und Waldbrandstufe 4-5 und auch das Deponiegelände dürfte knochentrocken sein. Vielleicht sollte man dann mal überlegen das Feuerwerk in Warnemünde von einem Ponton aus abzuschießen wie in Kiel, dort wird sogar das Hauptfahrwasser für das Feuerwerk gesperrt. Aber man will wohl die Sail kaputt machen, schade

  • Ralf Jasper sagt:

    Armes verängstigtes Deutschland
    Am besten, wir verbieten überhaupt alles was irgendwelche Risiken birgt. Wenigstens hat die WSA mit dem Verbot dieses Höhepunkte einmal mehr bewiesen, daß sie sehr wichtig ist. Spaß verderben, und wir bezahlen. Egal, wir sind Gängelei gewohnt. Na macht mal….

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