Elsbeere – Pflanzung anlässlich des Tags des Baumes 2011

Umweltsenator Holger Matthäus pflanzt anlässlich des Tags des Baumes 2011 vor dem Kröpeliner-Tor-Center eine Elsbeere, den Baum des Jahres 2011

14. April 2011, von
Raik Zschuppan im Gespräch mit Holger Matthäus
Raik Zschuppan im Gespräch mit Holger Matthäus

Säge oder Spaten – wie pflanzt man einen Baum? Gleich drei Fliegen mit einer Klappe wollte Umweltsenator Holger Matthäus heute auf der Freifläche vor dem Kröpeliner-Tor-Center (KTC) schlagen.

Im Jahr der Wälder sollte hier anlässlich des Tags des Baumes (25. April) der Baum des Jahres gepflanzt werden – eine Elsbeere. Die Spaten standen bereit, doch erstmal überraschte Raik Zschuppan den Senator mit einem ganz anderen Werkzeug, einer Säge.

„Wir schenken Ihnen diese Säge, weil Sie die Abholzung von Rostocks Wäldern als ‚Grüner‘ Bausenator maßgeblich mit verursacht haben“, gab es auf seinem Transparent zu lesen. Zusammen mit zwei weiteren Aktivisten protestierte er für den Erhalt von Bäumen in der Rostocker City und besonders gegen die Abholzungen für das Darwineum im Barnstorfer Wald.

Den Schuh wollte sich Matthäus jedoch nicht anziehen lassen, da er in diesem Fall lediglich die Genehmigungsbehörde sei, verantwortlich wäre der Landesforst und die Bürgerschaft hätte sich schließlich klar zum Bau des Darwineums bekannt.

Dennoch zollte er den Protestlern Dank dafür, dass sie das Problembewusstsein in die Öffentlichkeit gerückt und auch die Politiker sensibilisiert hätten. Matthäus kündigte an, dass es im Herbst ein Stadt-Baum-Forum geben wird, bei dem die gesamte Thematik ‚Bäume in der Stadt‘ diskutiert werden soll. „Ich denke, es ist wichtig“, so der Senator, „dass man das richtig offensiv publiziert und diskutiert.“

Holger Matthäus und Stefan Neubauer
Holger Matthäus und Stefan Neubauer

Ein kleiner Lichtblick sei, dass in diesem Jahr mit 60.000 Euro doppelt so viel finanzielle Mittel für Neupflanzungen im Stadthaushalt vorgesehen sind wie 2010, betonte Matthäus. „Wenn man an sein privates Portemonnaie denkt, klingen 60.000 Euro zwar viel, umgerechnet auf die Anzahl der Bäume ist es zwar toll, aber man könnte locker viel mehr verbrauchen“, gab Dr. Stefan Neubauer, Leiter des Amtes für Stadtgrün, jedoch zu bedenken.

Doch zurück zum eigentlichen Star des Tages, der Elsbeere. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde am Baum heute nur noch symbolisch Hand angelegt. Handelt es sich doch, wie Neubauer erklärte, bereits um einen knapp zehn Jahre alten Starkbaum aus der Baumschule Kröpelin, der schon am Vortag mittels Kran an seinem Standort eingesetzt wurde – nicht zuletzt, damit der gestrige Sturm kein Unheil anrichtet.

Die Elsbeere gehört zur Familie der Rosengewächse und ist eher in Südeuropa beheimatet, bei uns im Norden ist sie selten zu finden. „Mit der Klimaerwärmung sei es perspektivisch vielleicht aber auch ein Baum für den Norden“, so Neubauer.

In Rostock wurden in den letzten Jahren ein paar Jungbäume im Klostervorhof gepflanzt. Ein ausgewachsenes Exemplar mit einem Stammumfang von etwa 1,40 Metern findet sich in den Wallanlagen, direkt am Wallgraben. Da es zum „Erhalt eines in Norddeutschland seltenen Laubgehölzes“ dient, wurde es sogar in die Liste der Rostocker Baumnaturdenkmale aufgenommen.

Elsbeere - Baum des Jahres 2011 zum Tag des Baumes vor dem KTC in Rostock
Elsbeere - Baum des Jahres 2011 zum Tag des Baumes vor dem KTC in Rostock

Weiße Blüten im Frühjahr, gelb-rote Herbstblätter und die typisch braunen Elsbeeren sind es, die den Baum des Jahres 2011 auszeichnen.

Nicht zu vergessen das im Geschmack dem Schlehenschnaps ähnliche Getränk, das vor allem im Elsass aus den Beeren gewonnen wird. Vielleicht gibt es pünktlich zum Stadt-Baum-Forum im Herbst ja schon den ersten klitzekleinen hausgemachten Elsbeerbrand zu verkosten?

Elsbeeren können eine Höhe zwischen 25 und 30 Metern erreichen, erklärte Neubauer. Neben dem Kröpeliner Tor dürfte der Baum somit ausreichend Platz zum Wachsen haben. Mit Blick auf die Proteste gegen die geplante Neugestaltung der Kröpeliner-Tor-Vorfläche beschwichtige Matthäus, dass alles noch in der Planung sei. Was die Erhaltung der vorhandenen Baumsubstanz betrifft, werde jedoch „gerade noch mal umgeplant“, ergänzte er und versprach: „Es werden auch noch zusätzliche Bäume gepflanzt.“

Am 1. Mai gibt es um 14:30 Uhr im Botanischen Garten eine Führung zum Thema. Sie steht unter dem Motto „Die Elsbeere und ihre Verwandten“.

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