Ausstellung in der Reihe Künstlerfamilien im Kunstverein

Gabriele Schulz, Detlev Schwarz und Dorothea Maroske stellen ihre expressiven Arbeiten in der Galerie Amberg 13 aus

21. Juni 2012, von
Figuren von Dorothea Maroske in der Breiten Straße: vorn „Der Fluss“, hinten „Die Welle“
Figuren von Dorothea Maroske in der Breiten Straße: vorn „Der Fluss“, hinten „Die Welle“

Im Einkaufsgetümmel zwischen all den nach Aufmerksamkeit schreienden Reklameschildern und Schaufenstern in der Breiten Straße haben es die beiden Bronzeplastiken „Der Fluss“ und „Die Welle“ von Dorothea Maroske nicht unbedingt leicht, bemerkt zu werden. Eine kleinere Version der Figuren und weitere Werke der Bildhauerin können noch bis zum 25. Juli in der Galerie Amberg 13 besichtigt werden.

Die in der Feldberger Seenlandschaft lebende Künstlerin präsentiert ihre Werke gemeinsam mit den Zeichnungen und Malereien ihrer Schwester Gabriele Schulz und deren Lebensgefährten Detlev Schwarz. Ihr Ehemann, der Bildhauer Uwe Maroske, hätte die Familienausstellung sogar noch vergrößern können, doch es fehlte der Platz in den Räumlichkeiten des Kunstvereins zu Rostock.

Dioe Künstlerfamilie Gabriele Schulz, Detlev Schwarz und Dorothea Maroske im Kunstverein zu Rostock
Dioe Künstlerfamilie Gabriele Schulz, Detlev Schwarz und Dorothea Maroske im Kunstverein zu Rostock

Der versammelte bereits zum dritten Mal die Arbeiten verwandter Künstler in einer Ausstellung. 2008 machte die Rostocker Malerfamilie Mannewitz den Anfang der Reihe „Künstlerfamilien“, 2010 wurde sie mit den Metzkes fortgesetzt.

Nun schmücken die expressiv-realistischen Bilder von Gabriele Schulz und Detlev Schwarz die Galeriewände. „Ausgehend von einem konkreten Erlebnis geht eine Bildidee hervor, in die man seine Gefühlswelt hineingibt, die dann das Bild bestimmt“, umschreibt die Malerin den Vorgang, mit intensiven Farben das Abbild der Realität emotional zu filtern. Die Farbigkeit sei erst in den letzten zwanzig Jahren gekommen. Frühere Bilder seien dunkler und schwerer gewesen, blickt sie zurück.

Trotz ähnlicher Grundauffassung – alle drei Künstler sind Absolventen der von französischen Malern wie Van Gogh, Matisse, Cézanne, aber auch deutscher, expressionistischer Gruppen beeinflussten Dresdner Kunsthochschule – haben sie sich ihre eigenen Schwerpunkte erarbeitet.

Gabriele Schulz neben einem Selbstporträt im Kunstverein
Gabriele Schulz neben einem Selbstporträt im Kunstverein

Selbstporträts sind es vorrangig bei Gabriele Schulz. „Manchmal malen wir uns auch gegenseitig“, erzählt die Künstlerin. Auch auf ihren Reisen oder vor der Haustür am Tollensesee bei Neubrandenburg findet das Paar interessante Motive. Während Gabriele Schulz mit ihrem Malkorb auch mal auf die Wiese zieht, fertigt Detlev Schwarz Skizzen an, mit denen er im heimischen Atelier weiterarbeitet. Die Ergebnisse – norwegische, mecklenburgische und mediterrane Landschaften – sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Neben seiner knallbunten Malerei widmet sich das Paar auch der Grafik. Detlev Schwarz fertigt vor allem Radierungen an, bei Gabriele Schulz sind es Handzeichnungen. Von ihnen wurde eine Auswahl im vorderen kleineren Raum aufgehängt.

Figuren von Dorothea Maroske und Handzeichnungen von Gabriele Schulz
Figuren von Dorothea Maroske und Handzeichnungen von Gabriele Schulz

Ebenfalls farblich zurückgenommen, aber nicht weniger expressiv, wirken die Plastiken von Dorothea Maroske im Raum. Will ihre Schwester in ihren Werken eine humanistische Haltung zum Ausdruck bringen, so steht auch bei der Bildhauerin der Mensch eindeutig im Mittelpunkt. „Viele Figuren sind aus dem Leben heraus entstanden“, erzählt Dorothea Maroske. Alte mythologische und biblische Stoffe haben sie inspiriert. Aber auch ein Foto von der Tänzerin Gret Palucca oder ein Gedicht von Bertolt Brecht haben sie zur Formung von Bronzestatuen angeregt.

Manchmal sind es aber auch Aufträge oder Wettbewerbe, wie die Gestaltung der beiden Figuren in der Rostocker Breiten Straße, die Ausgangspunkt für eine neue Arbeit sind.

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