Parken in Rostock und Warnemünde wird teurer

Bürgerschaft beschließt neue Parkgebührenordnung

18. Oktober 2018, von
Parkgebühren werden in Rostock erhöht.
Parkgebühren werden in Rostock erhöht.

Das Parken in Rostock wird teurer. Erstmals nach zwölf Jahren hat die Bürgerschaft eine neue Parkgebührenordnung und damit höhere Gebühren für öffentliche Parkflächen beschlossen.

Nicht nur die ÖPNV-Tickets haben sich in der Zeit deutlich (ca. 40 %) erhöht, auch die Bewirtschaftung der kommunalen Stellplätze sei aufwendiger geworden, heißt es in der Begründung. Viele betroffene Ortsbeiräte hatten die Beschlussvorlage zuvor abgelehnt.

Bis zu drei Euro soll nun ein Parkplatz in Warnemünde pro Stunde in der Sommersaison kosten. Für das Ostseebad wurde extra die neue Zone W eingerichtet. „Dem Parksuchchaos hier können und müssen wir mit einer hohen Nutzungsgebühr begegnen. Es ist wichtig für die Wirtschaft, aber auch für die Anwohner, die Parkplätze in der ersten Reihe auch für Einkäufer frei zu halten“, rechtfertigt der zuständige Senator Holger Matthäus die Maßnahme. Betroffen sind 780 öffentliche Parkplätze. Zum Vergleich: in Warnemünde gibt es daneben 3.500 weitere in privatwirtschaftlich betriebenen Parkhäusern.

Gegen diese Erhöhung kam auch ein Änderungsantrag des Warnemünder Ortsbeirates nicht an. Auch die von ihm vorgeschlagene sogenannte Brötchentaste, mit der Autofahrer kurz und günstig parken, wurde von der Bürgerschaft abgelehnt. Immerhin konnte er durchsetzen, dass der Tageshöchstsatz auf 20 Euro begrenzt wird. Zur Belebung des Ostseebades fällt im Winter statt drei lediglich nur ein Euro pro Stunde an. So wie auch ganzjährig in Diedrichshagen, Hohe Düne und Teilen der Innenstadt, der Südstadt und des Hansaviertels, die der Zone C zugeordnet werden. Hier waren zuvor nur 50 Cent fällig.

Um 50 Cent auf 1,50 pro Stunde hat sich auch die Gebühr in der Zone B, also in der KTV und einigen Teilen der Innenstadt, erhöht. Am günstigsten ist es in allen anderen Stadtteilen. Hier ist es bei 50 Cent geblieben. Auch in der von Besuchern gern angesteuerten Stadtmitte, der teuersten Zone A, die um einige Straßenzüge vergrößert wurde, ist die Gebühr bei 2 Euro pro Stunde geblieben.

Allerdings wurde die Bewirtschaftungszeit ausgeweitet, bemängelt Andreas Herzog vom Ortsbeirat Stadtmitte. Mussten Autofahrer am Sonntag keins, am Samstag nur bis 14 Uhr und an Werktagen bis 18 Uhr ein Ticket lösen, ist nun – außer in Zone C und D – bis 19 Uhr ein gültiger Parkschein nötig. Das wurde mit der neuen Parkgebührenordnung vereinheitlicht.

Während sich auch für Busse und Wohnmobile der Tageskartenpreis von zehn auf 15 Euro erhöht, sind Elektrofahrzeuge von Parkgebühren befreit worden. 90 batteriebetriebene Fahrzeuge sind derzeit in Rostock zugelassen. „Da muss man nachsteuern, wenn die Verkehrswende bezüglich Elektromobilität voranschreitet“, empfiehlt Holger Matthäus. CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Peters äußerte Unverständnis darüber, dass die Antriebsweise eines Fahrzeugs ausschlaggebend für die Parkgebühr sein soll.

Der Beschluss der neuen Parkgebührenordnung ist Voraussetzung für die Einführung des Handyparkens, das so schnell wie möglich umgesetzt werden soll. Damit wird eine minutengenaue Abrechnung möglich.

Schlagwörter: Parken (17)Verkehr (391)

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1 Kommentar

  • Reinhard Mariani sagt:

    Auf Grund einer langwierigen schwierigen Blasenkrebs-OP mit anschließender Reha war ich fast ein halbes Jahr nicht mehr zu Hause in Rostock Lichtenhagen. Seid Jahren, schon vor der Wende hatte meine Familie ihren Hausarzt in der Arztpraxis am Kirchenplatz hier in Warnemünde.
    Bis zur drastischen Erhöhung der Parkgebühren war es noch möglich die geforderte Parkgebühr zu bezahlen. Jetzt muss ich wegen ständiger Blutkontrollen und Gesundheitsnachsorge öfters zur Arztkontrolle. Ich bin mit meiner 90ig prozentigen Schwerbeschädigung auf einen Rollator gewiesen. Lange Wege sind da nicht machbar. Die einzige Parkmöglichkeit ist für mich immer noch der Kirchenplatz Mit meinem Rollator hier in Lichtenhagen zum Bus oder zur Bahn zu gehen, ist von meiner Wohnung zu weit entfernt.
    Genauso von der Bahn- oder Bushaltestelle in Warnemünde zur Arztpraxis sind lange Wege.
    Was soll das, hat man nicht an die kranken Hausarztpatienten gedacht. Wo kann ich mit meinem kleinen KW halten, wenn ich einen Arzttermin habe. Min kleiner PKW ist die einzige Möglichkeit gefahrlos von A nach B zu gelangen. Geht es den Amtsidioten die allesamt von unseren Steuergeldern ihr Dasein fristen nur noch ums Geld für die eigenen Taschen um weitere Abzocken der Bürger frech erheben zu können. Wir PKW-Besitzer haben unsere Privatfahrzeuge nach der Wende bitter zusammengespart damit wir alljährlich noch hohe PKW-Steuern für den Lebensunterhalt der der Würdenträger bezahlen müssen. Ich verlange eine Lösung für mein Problem. So werde nicht nur ich die anstehenden Wahlen nach meinen Möglichkeiten torpedieren. Viele Bürger besonders auch die Warnemünder Einwohner und Besucher sind sauer ob dieser neuerlichen Gedeintreiberei

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