Sturmflutwarnung für die Ostsee

Am Mittwoch, dem 14. Oktober 2020, wird an unserer Ostseeküste eine leichte bis mittlere Sturmflut mit Wasserständen bis zu 1,20 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet

13. Oktober 2020, von
Sturmflutwarnung für die Ostsee am 14. Oktober 2020 (Foto: Archiv)
Sturmflutwarnung für die Ostsee am 14. Oktober 2020 (Foto: Archiv)

Bereits seit dem Wochenende haben es die Modellprognosen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) angekündigt, seit kurzem gibt es eine offizielle Sturmflutwarnung. Ab morgen Mittag werden an der Ostseeküste Wasserstände bis 1,20 Meter über dem mittleren Wasserstand erwartet. In der Lübecker und Wismarer Bucht sowie im Greifswalder Bodden könnten es sogar bis zu 1,40 Meter werden, warnt das BSH. Es wird somit eine leichte bis mittlere Sturmflut erwartet.

Die höchsten Wasserstände werden nach den aktuellen Modellrechnungen gegen 16 Uhr am Nachmittag auftreten, im Laufe des Donnerstags sollen die Wasserstände wieder auf Werte von 0,30 Meter über dem mittleren Wasserstand sinken.

Schiffe und Boote sollten gesichert, tiefer liegende Parkplätze in Wassernähe nicht genutzt werden. Größere Schäden sind bei den vorhergesagten Wasserständen in unserer Hansestadt nicht zu erwarten.

Erst Anfang Januar wurde am Südende des Alten Stroms in Warnemünde die neue Sturmflutschutzwand in Betrieb genommen. Sie soll das Seebad vor Wasserständen von bis zu 2,50 Meter über Normalmittelwasser (NMW) schützen. Ende Februar wurde die ins neue Sturmflutschutzbauwerk integrierte Promenade freigegeben. Hier könnte es morgen allerdings nasse Füße geben.

Was den geplanten Ausbau des Hochwasserschutzes im Stadthafen Rostock betrifft, wurde dieser gerade durch das Land Mecklenburg-Vorpommern infrage gestellt. Obwohl es angesichts steigender Meeresspiegel in den nächsten Jahrzehnten vermehrt zu höheren Sturmfluten kommen könnte, stehen die Kosten für den Hochwasserschutz in keinem Verhältnis zu den möglichen Schäden, so das Land. Mit einer detaillierten Schadenspotentialermittlung nach Eintrittswahrscheinlichkeiten soll das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) die möglichen Hochwasserschäden allerdings noch einmal genauer analysieren.

Die letzte Sturmflut gab es bei uns am 29. März. In Rostock wurden 1,33 Meter über NMW gemessen, in Warnemünde waren es 1,16 Meter. Die letzte schwere Sturmflut gab in der Hansestadt Rostock am 2. Januar 2019. Sturmtief Zeetje sorgte damals für Verkehrsbehinderungen und vollgelaufene Keller. Im Warnemünde wurden Pegelstände von 1,67 Meter über NMW gemessen. Strand sowie Westmole standen unter Wasser und lockten zahlreiche Schaulustige an. Der höchste bekannte Pegel wurde in Warnemünde vor rund 150 Jahren gemessen. Am 13. November 1872 stieg das Wasser im Seebad auf 2,71 Meter über NMW.

Ab einem Wasserstand von einem Meter über dem Normalmittelwasser spricht man an der Ostseeküste von einer Sturmflut. Da die Gezeiten an der Ostsee kaum eine Rolle spielen und es daher weder Ebbe noch Flut gibt, handelt es sich korrekterweise um ein Sturmhochwasser – der Begriff Sturmflut hat sich jedoch auch an der Ostsee durchgesetzt.

Wasserstände und Sturmflutkategorien an der Ostsee:

  • leichte Sturmflut ab 1,00 Meter über NMW
  • mittlere Sturmflut ab 1,25 Meter über NMW
  • schwere Sturmflut ab 1,50 Meter über NMW
  • sehr schwere Sturmflut ab 2,00 Meter über NMW

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