Undine ist nach Rostock zurückgekehrt

Der Rumpf des denkmalgeschützten Seebäderschiffs Undine (ex Kronprinz) ist heute aus Dresden im Rostocker Stadthafen angekommen

14. Oktober 2014, von
Die Undine wird von der Noorcat in den Stadthafen geschleppt.
Die Undine wird von der Noorcat in den Stadthafen geschleppt.

Etwas unsanft schlägt der Metallrumpf zweimal gegen die Kaimauer an der Silohalbinsel. Der Schlepper „Noorcat“ braucht mehrere Anläufe um die betagte weinrote Schiffsschale in ihre Parkposition zu bringen und wirbelt dabei mächtig schwarzen Schlamm auf. Die Warnow ist an dieser Stelle zu seicht für größere Schiffe. „Na dann sinkt sie wenigstens nicht so tief“, kommentiert ein Schaulustiger ganz pragmatisch bei der Betrachtung des desolaten Zustandes der Überreste der „Undine“. Nach gut einwöchiger Fahrt ist sie in Rostock angekommen.

Nur der Rumpf ist von dem denkmalgeschützten Schiff noch vorhanden. Fast wäre auch er verschrottet worden. Doch der Verein Maritimes Erbe Rostock rettete ihn und ließ ihn von der Dresdner Werft, wo er sich die letzten sieben Jahre befand, zurückholen.

Kleine Bäumchen und Moos sprießen mittlerweile auf dem Schiff. Der Rost hat Löcher in die Wand genagt. An einigen Stellen sind sie eher provisorisch geflickt. Vor knapp zwei Wochen wurde der Rumpf wieder ins Wasser gelassen. Auch nachdem die „Miss Ed“ ihn die Elbe hinuntergeschoben und die „Noorcat“ von Lübeck über die Ostsee und dann die Warnow hinauf gezogen hatte, hat er kein Wasser gezogen. „Ein gutes Zeichen“, wertet Steffen Wiechmann vom Verein Maritimes Erbe Rostock zufrieden.

Über die Ostsee hat die Norcat die Undine gezogen. Auf der Warnow fuhren Schlepper und Schiffsrumpf Seite an Seite.
Über die Ostsee hat die Norcat die Undine gezogen. Auf der Warnow fuhren Schlepper und Schiffsrumpf Seite an Seite.

Ein Jahr soll die „Undine“ erst einmal diesen Wasserliegeplatz behalten. Geschützt durch ein Verdeck und einen Zaun wartet der 150 Tonnen schwere Stahlkoloss auf einen landseitigen Liegeplatz. Im Gespräch ist der Bereich der ehemaligen Neptun-Werft, wo das Schiff 1910 als Dampfschiff „Kronprinz Wilhelm“ gebaut wurde. Es galt als ältestes Seebäderschiff Deutschlands und erhielt erst nach dem Umbau zum Motorschiff Anfang der 1950er Jahre seinen heutigen Namen.

An Land soll das maritime Erbe später kunstvoll in Szene gesetzt werden. In welcher Funktion, das sei bisher noch unklar und wird mit dem Kulturamt abgestimmt, so Wiechmann. Studenten der Fachhochschule Wismar sollen dazu Ideen entwickeln. Der ganz große Traum ist und bleibt der Wiederaufbau. Doch dazu muss noch viel Geld zusammenkommen.

Zunächst müssen jedoch die monatlichen Kosten von bis zu 500 Euro für Versicherung, Sicherungsmaßnahmen, Strom und Notfalllenzpumpe aufgebracht werden. Der Verein ruft daher erneut zu Spenden auf.

 

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