Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte 2010 in Rostock

Unfallschwerpunkt Stadtautobahn – Blitzer soll Raser stoppen

19. Mai 2011, von
Verkehrsunfallstatistik Rostock 2010 - Unfallschwerpunkt Stadtautobahn/Güstrower Straße Lichtenhagen
Verkehrsunfallstatistik Rostock 2010 - Unfallschwerpunkt Stadtautobahn/Güstrower Straße Lichtenhagen

Mehr Unfälle, aber weniger Verletzte – so lautet die Kurzformel des Verkehrsunfallberichts 2010 für die Hansestadt Rostock.

Zwar hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zu 2009 um 265 auf insgesamt 5.804 erhöht, aber „die Unfallschwere nimmt ab“, erklärt Polizeioberrat Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock.

Drei Personen kamen 2010 bei Verkehrsunfällen ums Leben (2009: vier), 759 (842) wurden verletzt, 62 (71) davon schwer. Die passiven Sicherungsinstrumentarien der Fahrzeuge werden immer besser, so Ebert, das zahlt sich hinsichtlich der Schwere der Verkehrsunfälle aus. „Dennoch werden wir uns mit der steigenden Zahl von Verkehrsunfällen nicht zufriedengeben", bekräftigt der Leiter der Rostocker Polizei.

Polizeioberrat Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock
Polizeioberrat Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock

Zwar ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Einfluss von Alkohol von 157 im Vorjahr auf 126 zurückgegangen, trotzdem bleibt „das Fahren unter Alkohol in der Hansestadt Rostock die Verkehrsunfallursache Nummer eins“, erläutert Ebert.

393 Verkehrsteilnehmer wurden unter Alkohol fahrend festgestellt, 2009 waren es 341 – ein Zuwachs um 15 Prozent. Und die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein, so Ebert: „Wir wissen, dass in vielen Fällen alkoholisiert gefahren wird.“

664 Verkehrskontrollen hat die Rostocker Polizei 2010 durchgeführt, dabei wurden 139.825 Fahrzeuge kontrolliert und 12.215 Verstöße unterschiedlicher Art festgestellt. Bei 122.051 der kontrollierten Fahrzeuge wurde die Geschwindigkeit gemessen.

Die Anzahl der Tempomessungen werde jedoch zurückgehen, erläutert der Chef der Polizeiinspektion. Es wird zwar weiter ein Fahrzeug im Einsatz sein, dass die technische Geschwindigkeitsüberwachung vornimmt, die Polizei wird sich aus der Überwachung mit Blitzerfotos jedoch sukzessive zurückziehen.

„Wir wollen jeder Geschwindigkeitskontrolle auch die entsprechende Anhaltemaßnahme folgen lassen“, so Ebert. Der Erziehungswert sei höher und nebenbei können Fahrzeug und Insassen auch auf andere Delikte hin überprüft werden.

Nach Alkohol und dem Nichtbeachten der Vorfahrt liegen Geschwindigkeitsüberschreitungen auf dem dritten Platz der Unfallursachen.

Polizeihauptkommissar Rudolf Lazar
Polizeihauptkommissar Rudolf Lazar

Raserei ist auch auf der B 103 ein Problem. „Mit Abstand die schwersten Verkehrsunfälle gibt es auf der Stadtautobahn, an der Einmündung Güstrower Straße nach Lichtenhagen. Dort haben wir in den letzten Jahren vier Tote und acht Schwerverletzte gehabt“, erläutert Polizeihauptkommissar Rudolf Lazar.

Die Geschwindigkeit wurde an der Kreuzung im letzten Jahr nochmals auch 60 km/h reduziert, gebracht hat es nichts, erklärt der Beamte der Verkehrsunfallkommission. „Wir haben leider Gottes dort immer noch schwere Verkehrsunfälle.“ Zusätzlich zur vorhandenen Rotlichtüberwachung soll nun auch die Geschwindigkeit mit einem festen Blitzer kontrolliert werden. Wann der kommt, steht noch nicht fest.

Erfolge zeigen sich hingegen auf der L22. Die Strecke zwischen dem Schutower Kreuz und der Anschlussstelle der A19 in Dierkow ist als meist befahrene Strecke der Stadt zwar immer noch eine Unfallhäufungslinie, so Lazar, nach der Reduzierung auf Tempo 50 gibt es aber einen „riesigen Rückgang der Unfälle auf der L22.“ Gab es 2007 hier noch 547 Verkehrsunfälle, so hat sich die Zahl im letzten Jahr um gut 30 Prozent auf 371 verringert. Auch wenn ein Teil davon sicher den durch die vielen Baustellen verursachten Staus zuzurechnen ist.

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