Wie Michel eine Heldentat im Volkstheater vollbrachte

Diesjähriges Weihnachtsstück bringt den Winter aus Lönneberga ins Große Haus

24. November 2012, von
Undine Cornelius (Krösa-Maja), Simon Jensen (Michel) und Bettina Burchard (Klein-Ida) im Volkstheater Rostock
Undine Cornelius (Krösa-Maja), Simon Jensen (Michel) und Bettina Burchard (Klein-Ida) im Volkstheater Rostock

Weihnachtszeit ist Theaterzeit. Nachdem in der letzten Woche der gestiefelte Kater in die Bühne 602 marschiert ist, feierte auch das Volkstheater gestern die Premiere seiner diesjährigen Weihnachtsgeschichte. Für junge und junggebliebene Besucher heißt es diesmal: „Wie Michel eine Heldentat vollbrachte oder Winter in Lönneberga.“

„Es gibt so viele Plagen, doch die größte Plage ist Michel!“, verkündet die Magd Lina am Anfang des Stückes. Der Junge hat es faustdick hinter den Ohren, immer einen frechen Spruch auf den Lippen, immer einen kleinen Streich in petto. Doch im Grunde seines Herzens ist Michel ein gutes Kind, was auch die zwei Heldentaten beweisen, die er zusammen mit Schwester Klein-Ida im Großen Haus vollbringt. Basierend auf der Fernsehserie, die wiederum auf einem Roman von Astrid Lindgren beruht, richtet er ein Festessen für die Armen aus und rettet dem Knecht Alfred das Leben.

Das alles passiert vor einer wunderschönen Kulisse. Mit einem Vorhang wird das Haus der Familie angedeutet, auf dem Dach raucht der Schornstein und vor dem Haus rieselt der Schnee auf den Boden. So viel sogar, dass die Darsteller eine Kunstschneeballschlacht anzetteln können, die gestern bei der Premiere eines der Highlights für die vielen Kinder im Publikum war.

Nadine Rosemann (Lina), Sandra-Uma Schmitz (Alma), Steffen Schreier (Anton) und Simon Jensen (Michel) im Großen Haus
Nadine Rosemann (Lina), Sandra-Uma Schmitz (Alma), Steffen Schreier (Anton) und Simon Jensen (Michel) im Großen Haus

Nach Hamlet ist Michel die zweite große Hauptrolle für Simon Jensen in Rostock. Der 24-jährige passt perfekt in die Rolle des jungen Draufgängers, der immer und überall Chaos stiftet. Seine lockere Art kam besonders beim jungen Premierenpublikum sehr gut an. Und auch die anderen Schauspieler spielen ihre Rolle gut, jedoch wirken die Figuren stellenweise zu affektiert und gekünzelt. Da hätte man den Jungen und Mädchen sicher noch ein wenig mehr zutrauen können.

Die musikalische Leitung des Stückes hat Christian Kuzio, der vor allem auf Gitarre und Mundharmonika setzt, was dem winterlichen Lönneberga einen leichten Westerntouch verpasst. Als Johan, ein Öre, tritt er im Armenhaus der Stadt sogar in einer kleinen, aber sehr symphatische Gastrolle auf. Nur für einen Diskoausflug wird die sonst angenehm zurückhaltende Musik etwas aufgebrochen.

Die diesjährige Weihnachtsgeschichte im Volkstheater: Wie Michel eine Heldentat vollbrachte oder Winter in Lönneberga
Die diesjährige Weihnachtsgeschichte im Volkstheater: Wie Michel eine Heldentat vollbrachte oder Winter in Lönneberga

„Wie Michel eine Heldentat vollbrachte oder Winter in Lönneberga“ ist ein Kinderstück mit vielen spaßigen Einfällen, die das junge Publikum bei der Premiere mit Lachen, Klatschen und Getrampel belohnte. Stellenweise schwer zu verstehende Schauspieler ließen einige Zuschauer während der 70-minütigen Stückes zwar unruhig werden, dennoch ist auch die diesjährige Weihnachtsgeschichte wieder unterhaltsam und sehenswert.

Dazu haben Schulklassen, Familien und andere Interessierte den ganzen Dezember über Gelegenheit, auch wenn einige Vorstellungen bereits ausverkauft sind. Die nächste Möglichkeit besteht am Sonntag. Dort haben im Rahmen des Oma/Opa-Tages bis zu zwei Kinder in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt.

Weitere Vorstellungen:

  • Mi 26.12. 2012, 11:00 Uhr, Großes Haus

Fotos: VTR

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