3. Warnemünder Sandwelt 2012 am Passagierkai

Piraten, Koggen, Ostseestädte – Sandskulpturen von internationalen Künstlern zeigen „Die geheimnisvolle Hanse“ rund ums Warnemünder Kreuzfahrtterminal

15. April 2012, von
Zigmunds Vilnis arbeitet an der Sandskulptur „Hansestadt Wenden/Cesis“
Zigmunds Vilnis arbeitet an der Sandskulptur „Hansestadt Wenden/Cesis“

Vorsichtig pustet Zigmunds Vilnis mit einem kleinen Rohr den überschüssigen Sand von seiner Skulptur. Ganz filigran mit kleinen Spateln arbeitet er seit gestern Stück für Stück die Ansicht einer alten Hansestadt aus einer dreieinhalb Meter hohen Sandpyramide heraus. Eine Kirchturmspitze ist schon zu erkennen. Bald sollen ein Schlossturm, mehrere Giebel und zwei Schwäne (im Original übrigens nicht weiß, sondern schwarz) das Bild von Cēsis, seiner Geburtsstadt in Lettland, vervollständigen.

Aber schon jetzt können Besucher am Passagierkai in Warnemünde dem Künstler über die Schultern schauen. Rund um das Kreuzfahrtterminal entstehen noch bis Mitte Mai mehrere Sandskulpturen. Den ganzen Sommer bis zum 31. Oktober können sie dann kostenfrei besichtigt werden.

Andrey Molokov mit seiner Sandskulptur „Kaufmann der Hanse, Verbund der Hansestädte“
Andrey Molokov mit seiner Sandskulptur „Kaufmann der Hanse, Verbund der Hansestädte“

Passend zum Thema der 3. Warnemünder Sandwelt „Die geheimnisvolle Hanse“ verziert der Russe Andrey Molokov seinen Sandberg mit einem Kaufmann und zahlreichen Wappen, um den Verbund der Hansestädte darzustellen. Immer tiefer führt er den Spachtel in den festen Sand, um die Figuren noch plastischer werden zu lassen.

Pirat von Vyacheslav Borecki
Pirat von Vyacheslav Borecki

Doch Vorsicht ist geboten. Irgendwann knirscht der Sand und bricht unter seinem Gewicht zusammen. So geschehen bei der Piratenbraut von Störtebeker, die die Besucher der Sandwelt in der Nähe des Fähranlegers begrüßt. Dennoch hat der Pole Vyacheslav Borecki die schöne Freibeuterin nebst dem abgeschlagenen Haupt des sagenumwobenen Seefahrers als erstes fertigstellt.

Auch in Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen befindet sich bereits eine fertige Sandskulptur mit „Piraten auf der Hansekogge“. Karls, um dessen Pier 7 und Zwiebelschuppen sich die Sandkunstwerke am Passagierkai gruppieren, hat insgesamt neun Bildhauer aus sechs Ländern in diesem Jahr eingeladen, sich an der Warnemünder Sandwelt zu beteiligen.

„Ein Großteil der Künstler kommt aus den Ländern, in denen früher die Hanse Handelsbeziehungen pflegte“, erklärt der künstlerische Leiter Othmar Schiffer-Belz, der selbst noch eine Rückseite mit Schiffssiegeln aus der Hansezeit gestalten will.

„Handel in der Hansestadt Kauna/Memel in Litauen“ von Andrius Petkus
„Handel in der Hansestadt Kauna/Memel in Litauen“ von Andrius Petkus

Auf der Vorderseite lässt Andrius Petkus bereits eine mittelalterliche Handelsszene entstehen. Mithilfe eines Fotos versucht er so detailgetreu wie möglich ein Kontor der Hanse im litauischen Kaunas, das Perkunashaus, zu modellieren, erklärt der Künstler.

„Die Hanse war schon ein Global Player, bevor es Europa gab. Aber das ist schon lange her. Wir wollen versuchen, einen Bezug herzustellen und sie wieder erlebbar machen“, erläutert Schiffer-Belz die Themenwahl, die sich in Warnemünde immer irgendwie ums Meer und die Ostsee dreht.

Othmar Schiffer-Belz vor der Sandskulptur „Die Piratenbraut von Störtebeker“ von Vyacheslav Borecki in der 3. Warnemünder Sandwelt 2012
Othmar Schiffer-Belz vor der Sandskulptur „Die Piratenbraut von Störtebeker“ von Vyacheslav Borecki in der 3. Warnemünder Sandwelt 2012

Für die mittelalterlichen Ostseestädte und Hansekoggen, die Kaufleute und Seefahrer wurden etwa 400 Tonnen Sand und Wasser in Schalungen festgestampft. Kein Ostseestrandsand, der ist zu rund, nein Sand mit eckiger Kornstruktur für eine gute Bindung wurde aus Niederlehme in Brandenburg nach Warnemünde gebracht. „Angstschweiß und Spucke des Künstlers sind auch dabei“, verrät der künstlerische Leiter einem neugierigen Passanten das Geheimnis der Sandskulpturen, die durch ein Zelt vor Wettereinflüssen geschützt werden können.

Wer mehr über die 3. Warnemünder Sandwelt wissen möchte, fragt am Besten selbst. Ab dem 23. April bietet Othmar Schiffer-Belz täglich um 11 und 16 Uhr Führungen in der 3. Warnemünder Sandwelt an.

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