„Britische Klänge“- Klassik-Nacht 2011 im Rostocker Zoo

13. Klassik-Nacht lockt fast 3000 Besucher zum Open-Air Konzert der Norddeutschen Philharmonie

29. Mai 2011, von
Nicholas Milton dirigiert die Norddeutsche Philharmonie Rostock in der 13. Klassik-Nacht im Zoo
Nicholas Milton dirigiert die Norddeutsche Philharmonie Rostock in der 13. Klassik-Nacht im Zoo

„Sie werden alle auf dem ganzen Körper ganz viel Vogelhaut erfahren“, versprach Nicholas Milton zu Beginn der 13. Klassik-Nacht im Rostocker Zoo. Der Australier dirigierte nicht nur die Norddeutsche Philharmonie des Volkstheaters Rostock, sondern entpuppte sich an diesem Abend als Multitalent mit „perfekter deutscher Grammatik“ und Experte für unser Bundesland („Ich weiß mehr über Mecklenburg-Vorpommern als Sie.“). Nicht zuletzt wegen seiner Faxen und (vor-)witzigen Moderationen stand einem vergnüglichen Freilichtkonzert bei klassischer Musik umgeben von wilden Tieren aus der ganzen Welt nichts im Weg.

Volkstheaterintendant Peter Leonard und Zoodirektor Udo Nagel eröffnen die 13. Klassik-Nacht im Zoo
Volkstheaterintendant Peter Leonard und Zoodirektor Udo Nagel eröffnen die 13. Klassik-Nacht im Zoo

Viele der insgesamt fast 3000 Besucher hatten sich gut mit warmen Decken, Sekt und wetterfester Kleidung vorbereitet. Denn zunächst verhieß der Himmel nichts Gutes. Wollte sich das Wetter etwa mit Regenprasseln am Motto des Abends „Britische Klänge“ beteiligen?

Aber bei der Klassik-Nacht des Rostocker Zoos hatte es bis auf die erste noch nie geregnet, zeigten sich die Mitarbeiter des Zoos optimistisch. Und auch in diesem Jahr blieb es trocken, schließlich hatte Nicholas Milton aus dem sonnigen Australien „auch das Wetter organisiert“. Bei Edward Elgars sanfter Enigma-Variation 9, die sich dann ins pathetische steigerte, zeigte sich auch die Abendsonne noch einmal gnädig und erleuchtete mit ihren goldenen Strahlen die hohen Baumwipfel rund um den Festplatz. Wie passend!

Fast 3000 Gäste besuchen die 13. Klassik-Nacht im Rostocker Zoo
Fast 3000 Gäste besuchen die 13. Klassik-Nacht im Rostocker Zoo

Zuvor war der Konzertabend schon mit dem vierten Marsch aus Elgars „Pomp and Circumstance“ eröffnet worden. Mit Fanfaren und Paukenklängen verbreitete Gustav Holsts „Jupiter“ aus seinem Orchesterwerk „die Planeten“ Aufbruchsstimmung. Bevor der klassische Teil mit einem Marsch von Eric Coates abgeschlossen wurde, konnte es sich der Dirigent nicht verkneifen, über einige Damen aus dem britischen Königshaus herzuziehen. Passend dazu erklang daraufhin die Ouvertüre aus der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ des deutschen Komponisten Otto Nicolai.

Nach der Pause wurden die „Britischen Klänge“ dann populärer. „The James Bond Theme“ von Monty Norman leitete eine Auswahl von Melodien aus den beliebten 007-Agentenfilmen ein. Arrangiert wurden sie von Nic Raine, der sich ebenfalls unter das Publikum gemischt hatte.

Mary Carewe aus London präsentierte James Bond Songs
Mary Carewe aus London präsentierte James Bond Songs

Coolness breitete sich von der Bühne her aus. Obwohl das Tempo vielleicht für den einen oder anderen etwas zu behäbig gewesen sein dürfte. Einen Höhepunkt stellte schließlich der Auftritt der Sängerin Mary Carewe aus London dar. Mit großen Gesten und vor allem in den tieferen Tonlagen kräftiger Stimme präsentierte sie Songs wie „From Russia with Love“, „Diamonds are forever“ oder „Live and Let Die“. „Goldfinger“ gab es gleich zweimal, wollte das Publikum die Musiker doch nicht ohne Zugaben von der Bühne lassen.

So wurden die „Britischen Klänge“ erst so richtig mit der letzten Zugabe perfekt: der beliebten englischen Hymne, dem ersten Marsch aus Edward Elgars „Pomp and Circumstance“. Die Besucher der 13. Klassik-Nacht spendeten ausgiebigen Beifall.

Anett Herrmann und Björn Griese besuchen die Klassik-Nacht zum ersten Mal
Anett Herrmann und Björn Griese besuchen die Klassik-Nacht zum ersten Mal

Auch Anett Herrmann und Björn Griese hat der Abend gefallen. Nach dem ersten Teil zeigten sich die beiden Rostocker besonders vom „melancholischen Nimrod“ angetan. „Vorrangig freuen wir uns auf die James-Bond-Session“, sagte die 28-jährige Soldatin, die mit ihrem Partner zum ersten Mal die Klassik-Nacht im Zoo besuchte.

Wer nach dem Konzertabend immer noch nicht nach Hause gehen wollte, der hatte die Gelegenheit, an einer Mondschein-Expedition teilzunehmen oder den nächtlichen Zoo auf eigene Faust bis Mitternacht zu erkunden.

Wie in den letzten acht Jahren kamen auch die Einnahmen dieser Klassik-Nacht der Spendenaktion „Schaffen für die Affen“ zugute. 40.000 Euro brachte der Abend insgesamt dafür ein. Sie fließen in das Darwineum, einem Großprojekt des Rostocker Zoos, in dem unter anderem die Menschenaffen untergebracht werden sollen.

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