Rostock bereitet Corona-Impfung vor

Noch ist kein Covid-19-Impstoff verfügbar, doch Rostock macht sich bereits startklar, um Corona-Schutzimpfungen möglichst schnell und effektiv verabreichen zu können

25. November 2020, von
Rostock bereitet Corona-Impfung vor
Rostock bereitet Corona-Impfung vor

Bislang ist in Deutschland kein zugelassener Impfstoff verfügbar, der vor Covid-19 schützt. Von Biontech, Moderna und Astra Zeneca gibt es jedoch bereits drei aussichtsreiche Impfstoff-Kandidaten, die noch im Dezember oder Anfang 2021 eine Zulassung erhalten könnten.

Und so laufen auch in Mecklenburg-Vorpommern bereits die Planungen, wie möglichst schnell möglichst viele Menschen gegen das neuartige Coronavirus geimpft werden können.

Acht Impfzentren in Mecklenburg-Vorpommern geplant

Insgesamt acht Impfzentren soll es nach Plänen der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern geben. Jeweils eins in jedem der sechs Landkreise sowie in den beiden kreisfreien Städten Rostock und Schwerin. In Rostock könnte dies die Hansemesse sein, wo kürzlich ein zweites Corona-Testzentrum eingerichtet wurde. Zusätzlich soll es mobile Teams geben, die vor Ort – etwa in Pflegeheimen – impfen.

Mindestens 5.000 Impfungen pro Tag hat Gesundheitsminister Harry Glawe als Ziel vorgegeben. Innerhalb von sechs Monaten könnte so etwa die Hälfte der 1,6 Millionen Einwohner geimpft werden.

Erste Impfstoff-Lieferung in Rostock bereits nach drei Tagen verbraucht?

Wenn er alle verfügbaren Ärzte der beiden Rostocker Kliniken sowie Ärzte im Ruhestand „zusammenkratzt“, wären allein in der Hansestadt drei- bis fünftausend Impfungen pro Tag möglich, erklärte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) am Dienstagabend auf der Sitzung des Hauptausschusses. Wird später dezentral in Einrichtungen geimpft, würde die Zahl sinken, so Madsen.

Etwa 230.000 Dosen Impfstoff soll das Land Mecklenburg-Vorpommern in einer ersten Lieferung bekommen. Bei zwei Dosen pro Person könnte Rostock im ersten Schritt anteilig 13.800 Einwohner gegen das Coronavirus impfen, rechnet der Verwaltungschef vor und folgert: „Rostock könnte innerhalb von drei Tagen die gesamte Lieferung verimpfen.“

Corona-Impfung könnte ein Jahr dauern

Allein in Kliniken, Pflegeheimen, Rettungsdiensten, Schulen, Kitas und ähnlichen Einrichtungen gibt es rund 13.770 Mitarbeiter. Wie hoch die Impfakzeptanz sein wird, kann derzeit nur geschätzt werden. Nach Rücksprache mit Prof. Dr. Emil Reisinger, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, gehe er von einer Sofortakzeptanz von etwa zehn Prozent aus, die relativ schnell auf 20 und nach einigen Wochen in Richtung 30 bis 40 Prozent innerhalb dieser Berufsgruppen steigen könnte, so Madsen.

Welche Gruppen zuerst geschützt werden sollen, legt die Ständige Impfkommission fest. Im Rahmen der ersten Lieferung dürfte aber auch der Schutz von Risikopatienten, etwa in Pflegeeinrichtungen, möglich sein. Allerdings „hätten wir noch einiges an Mehrbedarf“, stellt der Verwaltungschef angesichts von rund 50.000 Einwohnern in der Altersgruppe ab 65 Jahren fest. Geschätzt 17.000 davon hätten relevante Vorerkrankungen.

„Man plant“, berichtet Madsen, „dass das Ganze vielleicht bis zu einem Jahr dauern kann.“ Zu lange, vor allem, falls die Immunität nur eine Saison anhält, sorgt sich das Stadtoberhaupt. Für etwa 40 Prozent der Bevölkerung soll 2021 nach aktuellem Stand ein Impfstoff zur Verfügung stehen, so Madsen. Das wäre ausreichend für den Schutz der Risikogruppen, nicht jedoch für eine Herdenimmunität, sofern der Impfstoff überhaupt die Übertragung und nicht nur die Erkrankung verhindern kann.

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