Corona-Impfzentrum nimmt Betrieb auf

Im Impfzentrum in der Hansemesse Schmarl werden seit heute Rostocker gegen Covid-19 geimpft, die nicht in einem Alten- oder Pflegeheim leben

12. Januar 2021, von
Das Corona-Impfzentrum in Rostock hat seinen Betrieb aufgenommen - Gesundheitsminister Harry Glawe (links) und Gesundheitssenator Steffen Bockhahn mit Jutta Albertzki und Marinesoldatin Josephin Witt, die beim Ausfüllen des Formulars hilft
Das Corona-Impfzentrum in Rostock hat seinen Betrieb aufgenommen - Gesundheitsminister Harry Glawe (links) und Gesundheitssenator Steffen Bockhahn mit Jutta Albertzki und Marinesoldatin Josephin Witt, die beim Ausfüllen des Formulars hilft

Nach den mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen hat heute Vormittag auch das Corona-Impfzentrum in Rostock offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Um 9:30 Uhr wurde die 83-jährige Jutta Albertzki als zweite Rostockerin an diesem Tag in der Hansemesse Schmarl mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Covid-19 immunisiert. Den „kleinen Pieks“ bekam sie von Dr. Renate Masuch. Die Kinderärztin im Ruhestand hat sich freiwillig für die Mitarbeit im Impfzentrum gemeldet.

„Es stand für mich fest, dass ich mich impfen lasse“, bekräftigt Jutta Albertzki, dass sie „überhaupt keinen Zweifel“ hatte. „Ich setze so viel Vertrauen in die Medizin und in die Forschung, dass in Deutschland nichts zugelassen wird, was mir hätte schaden können“, ist sie sich sicher. „Ich bin so glücklich, dass es soweit ist“, erhofft sich Jutta Albertzki durch die Impfungen wieder „mehr Normalität“.

52 Menschen sollen heute in der Hansemesse Schmarl gegen Covid-19 geimpft werden, am Donnerstag sind bereits über 150 Termine geplant – nicht alles Hochbetagte, sondern auch Mitarbeiter von Pflegediensten.

Impfung nur mit Einladung und Termin

Die 83-Jährige Jutta Albertzki gehört zu den ersten, die von Dr. Renate Masuch (links) im Corona-Impfzentrum Rostock gegen Covid-19 geimpft werden
Die 83-Jährige Jutta Albertzki gehört zu den ersten, die von Dr. Renate Masuch (links) im Corona-Impfzentrum Rostock gegen Covid-19 geimpft werden

Eine Impfung ist derzeit nur mit einer Einladung möglich. In der ersten Phase werden über 80-Jährige geimpft. 5.000 Einwohner wurden vom Land Mecklenburg-Vorpommern bereits angeschrieben – in alphabetischer Reihenfolge. Nur mit dem Anschreiben kann über die Telefonnummer 0385/20271115 ein Impftermin vereinbart werden. Bei ihr habe das ohne Wartezeit funktioniert, erzählt Jutta Albertzki, die es gestern Morgen parallel per Handy und Festnetz probiert hat „Ich habe um acht auf beiden Apparaten gedrückt und es hat gleich geklappt“.

Dem Anschreiben ist der Aufklärungsbogen (auch online unter Formulare/Anträge beim Landesamt für Gesundheit und Soziales) beigefügt, sodass dieser bereits im Vorfeld – auch zusammen mit einer Vertrauensperson – durchgesehen werden kann. Sollte es trotzdem noch Fragen geben, können diese im Wartebereich mit eingewiesenen Fachkräften besprochen werden, erläutert Steffen Bockhahn (Linke). „Keine Impfung ohne ärztliche Prüfung“, stellt der Gesundheitssenator klar. Bevor der Arzt nicht sein okay gibt und nicht alle Fragen beantwortet sind, erfolgt keine Impfung. „Das Ziel ist natürlich“, so Bockhahn, „dass in der Kabine nur noch möglichst wenig Fragen bestehen.“ Etwa alle fünf Minuten soll in jeder der zehn Kabinen eine Impfung erfolgen, so das ehrgeizige Ziel.

Corona-Impfzentrum in Rostock - bis zum Sommer soll in MV Herdenimmunität erreicht werden
Corona-Impfzentrum in Rostock - bis zum Sommer soll in MV Herdenimmunität erreicht werden

Herdenimmunität soll in MV bis zum Sommer erreicht werden

„Wenn genug Impfstoff da ist, dann könnten alle, die geimpft werden wollen in dieser Stadt, Ende des Sommers auch geimpft sein“, verspricht Steffen Bockhahn. Pro Tag können im Rostocker Impfzentrum 1.000 Menschen gegen das neuartige Corona-Virus immunisiert werden. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) nennt als Ziel, „im Sommer die Durchimpfung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern mit 60 bis 70 Prozent zu schaffen. Das wäre die Herdenimmunität, die erreicht werden soll.“

Impfbereitschaft in Pflegeheimen durchwachsen

Die ersten Impfdosen wurden für den Schutz von Bewohnern in Altenpflegeeinrichtungen, Pflegekräften sowie medizinischem Personal verwendet. Dafür waren seit Ende Dezember mobile Impfteams in der Hansestadt unterwegs, das Impfzentrum wurde bislang nur als Logistik-Stützpunkt genutzt. Das Klinikum Südstadt und die Universitätsmedizin haben Mitarbeiter mit Kontakt zu Covid-19-Patienten und zu Risikopatienten selbst geimpft.

Spätestens am Donnerstag soll die erste Runde bei den stationären Pflegeeinrichtungen abgeschlossen sein, am Montag starten die Nachimpfungen, so Bockhahn. Mit über 75 Prozent sei die Impfbereitschaft bei den Bewohnern hoch gewesen, sagt der Senator. Was die Mitarbeiter betrifft, sei eine „Gruppendynamik“ erkennbar. In einigen Einrichtungen lag die Impfbereitschaft der Pflegekräfte fast bei 100 Prozent, in anderen nur bei gut einem Drittel. Es würden sich aber zunehmend Mitarbeiter melden, die sich doch noch nachträglich impfen lassen möchten, so Bockhahn.

Ablauf im Corona-Impfzentrum

Zum Impftermin muss das Einladungsschreiben, der Personalausweis und – wenn vorhanden – der Impfausweis mitgebracht werden. Dies gilt auch für die Aufklärungs- und Anamnesebögen, die möglichst schon ausgefüllt sein sollten.

Vor dem Impfzentrum steht ein beheiztes Zelt, das zum Akklimatisieren dient. Am Einlass wird die Temperatur an der Stirn gemessen. Liegt diese über 37,5 Grad Celsius, erfolgt eine zweite Messung. Ab 38 Grad wird bei Bedarf ans benachbarte Corona-Testzentrum verwiesen, jedoch auf keinen Fall geimpft.

An der Anmeldung wird die Einladung überprüft und mit den persönlichen Daten abgeglichen. Ist alles korrekt, erhalten die Impfkandidaten einen Laufzettel mit einer eindeutigen Nummer, mit dem es zuerst in den Wartebereich geht. Hier werden die Aufklärungsbögen besprochen und Fragen beantwortet. Auf der Videowand läuft ein Aufklärungsfilm.

Sind alle Fragen geklärt, geht es zur Registrierung. Erst jetzt wird in der Mischküche der Impfstoff aufgezogen. Erscheint die persönliche Nummer auf dem Bildschirm, geht es in die zugewiesene Impfkabine. Nach einem erneuten Fiebermessen und einem Arztgespräch wird die Impfung in den Oberarm verabreicht.

Je nach Alter und Kondition muss anschließend für 15 bis 30 Minuten im Warteraum Platz genommen werden. Sollte es Beschwerden geben, steht medizinisches Wachpersonal bereit. Für den Notfall ist ein einsatzbereiter Rettungswagen vor Ort.

Die zweite Impfdosis wird nach 28 Tagen verabreicht.

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