Corona-Inzidenz in Rostock erstmals über 100

Die 7-Tage-Inzidenz in Rostock ist erstmals über 100 gestiegen, ab Mittwoch drohen Ausgangssperren – OB Madsen ruft zum Testen und Impfen auf – freie Termine für Über-60-Jährige

12. April 2021, von
Corona-Inzidenz in Rostock erstmals über 100
Corona-Inzidenz in Rostock erstmals über 100

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Sieben-Tage-Inzidenz heute in Rostock über die Grenze von 100 gestiegen. Insgesamt 124 neue Fälle hat die Hanse- und Universitätsstadt an das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) gemeldet – 21 für Samstag, 24 für Sonntag und 79 Fälle für heute. Die 7-Tage-Inzidenz liegt damit aktuell bei 107,6, im Landesdurchschnitt beträgt sie 127,7. In den fünf Wochen, seit am 8. März die Lockerungen in Kraft getreten sind, hat sich der Wert in der Hansestadt von 24,4 auf 107,6 mehr als vervierfacht.

Noch könne das Gesundheitsamt Infektionsherde nachverfolgen, erklärt Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen. „Wir wollen den Weg unseres Rostocker Piloten weitergehen, aber wir können nicht ignorieren, dass auch in unserer Stadt die Infektionszahlen steigen und die Auslastung der Kliniken und Intensivbetten zunimmt.“

Ab Mittwoch nächtliche Ausgangbeschränkungen?

Die Sieben-Tage-Inzidenz dürfte in Rostock auch in den nächsten Tagen weiter über 100 liegen. Da Rostock am 6. April lediglich sieben neue Fälle an das Lagus gemeldet hat, liegt die Inzidenz morgen selbst ohne einen neuen Fall bei mindestens 104.

Gibt es Dienstag und Mittwoch zusammen mehr als 25 Fälle (an den letzten sieben Tagen waren es durchschnittlich 32 pro Tag), bleibt die Inzidenz am Mittwoch den dritten Tag in Folge über 100. Laut der aktuellen Corona-Landesverordnung müsste Oberbürgermeister Madsen dann eigentlich nächtliche Ausgangbeschränkungen anordnen.

Noch ist unklar, welche Auswirkungen die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes hat. Die „Bundes-Notbremse“ könnte ab einer Inzidenz von 100 greifen und neben Ausgangsbeschränkungen auch die Schließung der meisten Geschäfte bedeuten. Ob es Ausnahmen für Modellregionen gibt und diese auch bei Überschreitung der 100er Inzidenz gelten, ist bislang unklar.

„Wir werden genau hinsehen, welche Maßnahmen in Rostock effektiv helfen können, die Ansteckungsgefahr zu vermindern, welche Maßnahmen wir mit größter Konsequenz weiter umsetzen und wo wir eventuell nachsteuern müssen“, so das Stadtoberhaupt.

OB Madsen ruft zum Testen auf

Laut Madsen entstehen die allermeisten Infektionen momentan im privaten Umfeld und breiten sich dann über Kitas, Schulen und die Arbeitsplätze aus. „Jetzt sind aber auch die Kleinen viel stärker betroffen“, sagt der Verwaltungschef. Das Sozialministerium bestätigt dies: Auf Landesebene stieg die Zahl der betroffenen Kitas von 25 (9. April) auf 36 (heute). „Wir müssen damit rechnen, dass in den kommenden Tagen sich diese Zahl weiter erhöht“, sagt Sozialministerin Stefanie Drese. Seit heute benötigen symptomatische Kita-Kinder einen negativen PCR-Test für den Besuch ihrer Einrichtung.

Tests können helfen, diese Ausbreitung deutlich einzuschränken, sagt der Oberbürgermeister und fordert dazu auf, „die in Rostock angebotenen Testmöglichkeiten wahrzunehmen“.

Stadt startet eigenes Impfportal

Obwohl das Land zusätzlich zum Callcenter ein Internetportal für die Vergabe von Impfterminen freigeschaltet hat, habe sich das Anmeldeprocedere „als Flaschenhals erwiesen“, so Madsen. Daher können sich Über-60-Jährige unter www.mvticket.de/impfen ab sofort direkt einen Impftermin im Impfzentrum Schmarl buchen. Freie Termine gibt es aktuell für morgen, Donnerstag und Freitag. Zum Einsatz kommt der AstraZeneca-Impfstoff.

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