Darwineum im Rostocker Zoo feierlich eröffnet

Multimediales Museum mit Menschenaffenhaus öffnet seine Pforten

7. September 2012, von
Eröffnung des Darwineums im Rostocker Zoo
Eröffnung des Darwineums im Rostocker Zoo

Es war einmal, so beginnen viele Märchen. Doch das Darwineum im Rostocker Zoo ist seit diesem Wochenende endlich erlebbare Wirklichkeit. Ungefähr zehn Jahre Planung, fünfzehn Monate Bauzeit und unzählige Arbeitsstunden stecken in dem Mammutprojekt, das zugleich ein multimedialer Museumsbesuch und ein tierisches Erlebnis ist. Bevor die neuen Zoobewohner morgen mit einem großen Fest begrüßt werden, wurde das Darwineum schon heute feierlich von Zoodirektor Udo Nagel und Gästen aus der ganzen Welt eröffnet.

Der Eingangsbereich des Darwineums ist seinem Namensgeber gewidmet. Hier begrüßt das Konterfei von Charles Darwin die Besucher, zu denen heute auch Dr. Felix Padel, der Ururenkel des Forschers, gehörte, und eine Schautafel informiert über den Weg der HMS Beagle. Es ist das Schiff, mit dem Darwin in fünf Jahren einmal rund um die Welt reiste. Dann wird es dunkel und eine eindrucksvolle Videoinstallation zeigt den Urknall, die Entstehung der Welt.

Der symbolische Schlüssel zum Darwineum
Der symbolische Schlüssel zum Darwineum

Irgendwann zwischen Urknall und Darwin entstehen im Meer die ersten Einzeller, die den Ursprung für alles spätere Leben auf der Erde bilden. Was in der Realität viele Millionen Jahre gedauert hat, kann man nun in wenigen Minuten erfahren. Evolution, in all ihren Ausprägungen, wird im ersten Bereich des Hauses gezeigt. Dabei wechseln sich leicht verständliche Texte mit Rätseln, Bildern, Modellen und multimedialen Stationen ab, die zum Selberforschen einladen. Edutainment nennt man diese Vermischung von Wissen und Unterhaltung.

Aber keine Angst, es gibt auch Tiere zu sehen. Über 40 unterschiedliche Tierarten sind in den neun Kammern ausgestellt. Quallen und Krebse tummeln sich da, Seepferdchen und Schildkröten drehen ihre Runden und an einem Ast hängt gut getarnt ein Wandelndes Blatt. Nur die tropischen Blattschneideameisen wollten sich in ihrem Formicarium heute noch nicht zeigen.

Gorilla Assumbo
Gorilla Assumbo

Anders die Menschenaffen, die das Herz der 20.000 Quadratmeter großen Naturerlebniswelt bewohnen. Mehr als die Hälfte der Fläche wird von den Primaten belegt. Vor allem die Tropenhalle, in der sich Orang-Utans und Gorillas aufhalten, ist beeindruckend gestaltet. Doch scheint sich diese Begeisterung nach einer Zeit zu legen, zumindest für die Hausherren. Ganz entspannt saßen die Tiere heute auf der Wiese und begutachteten die ersten Besucher. Nur der Rostocker Gorilla Assumbo ließ seine Muskeln spielen und trommelte an die Scheibe, als Zoodirektor Udo Nagel mit den Gästen aus der Politik das Gehege in Augenschein nahm.

Tierpfleger Philip Schwerdtfeger und Manuel Kiep
Tierpfleger Philip Schwerdtfeger und Manuel Kiep

Tierpfleger Manuel Kiep und Azubi Philip Schwerdtfeger zeigten sich mit der Eingewöhnung der Primaten in das neue Umfeld sehr zufrieden. „Seit drei Wochen bewohnen die Tiere die Tropenhalle und haben sich schon gut eingelebt. Das einzige kleine Problem ist, dass sie momentan noch sehr viel im Innenbereich der Anlage sind. Doch das wird sich mit der Zeit von alleine legen, die Besucher sollen ja auch was sehen“, zeigt sich Manuel zuversichtlich. Gefüttert werden die Affen übrigens hauptsächlich mit grünem Gemüse, Bananen sind nur ein sehr seltener Gaumenschmaus.

Mit der neuen artgerechten Anlage sollen auch in Rostock wieder Menschenaffen gezüchtet werden. Eventuell kann man schon im nächsten Jahr mit Nachwuchs rechnen, berichtet Azubi Philip: „Man hat schon einige Aktivitäten in den Familien gesehen und man weiß ja auch nicht, was nachts passiert.“

Zoodirektor Udo Nagel eröffnet das Darwineum
Zoodirektor Udo Nagel eröffnet das Darwineum

Abgerundet wird das Darwineum von einem Abschnitt zur kulturellen Evolution des Menschen mit wechselnden Sonderausstellungen und einem idyllischen Außenbereich. Dieser wirkt durch die fehlenden Zäune sehr natürlich und man bekommt das Gefühl, ganz nah am Geschehen dran zu sein.

So waren die ersten Gäste alle sehr begeistert. Und auch Zoodirektor Udo Nagel war stolz auf sein neues Prestigeobjekt und alle Mitarbeiter, die es ermöglicht haben: „Es ist für uns ein lang ersehnter Tag. Es gab stürmische Zeiten, doch ich konnte immer auf die Crew zählen. Ich glaube, es ist ein Sieg für die Menschenaffen!“

Ab dem morgigen Tag ist das Darwineum für alle Zoobesucher geöffnet, der Zugang ist im normalen Eintrittspreis enthalten.

Weitere Impressionen von der Eröffnung des Darwineums im Zoo Rostock:

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