Mehr Elektro-Tretroller in Rostock

In Rostock wollen weitere E-Roller-Vermieter an den Start gehen – die Anzahl der E-Scooter könnte deutlich steigen, wird in der Innenstadt und in Warnemünde jedoch beschränkt

7. Juli 2021, von
Mehr Elektro-Tretroller in Rostock - E-Scooter auf dem Neuen Markt (Foto: Archiv)
Mehr Elektro-Tretroller in Rostock - E-Scooter auf dem Neuen Markt (Foto: Archiv)

Seit gut einem Jahr kann man auch in Rostock Elektro-Tretroller mieten, jetzt könnte die Anzahl der E-Scooter im Stadtbild deutlich steigen. Mit Bolt und Lime sollen zwei neue Anbieter in den Startlöchern stehen, die noch in diesem Sommer ihre Fahrzeuge in der Hansestadt anbieten wollen. Bis zu 2.400 Roller wären künftig im gesamten Stadtgebiet möglich, allerdings ist die Anzahl im Innenstadtbereich sowie in Warnemünde beschränkt.

Im September 2019 testete der schwedische Anbieter VOI als erster die Vermietung von Elektro-Tretrollern in Rostock, allerdings nur eine Woche lang. Im Juni 2020 startete Jungunternehmer Paul Ebel als Franchisenehmer des kalifornischen Anbieters „Bird“ mit seinem Angebot, im Herbst folgte das Carsharing-Unternehmen YourCar mit seiner Marke „Moin“. Etwa 350 Fahrzeuge der beiden Anbieter sind seitdem in der Hansestadt unterwegs.

Neue Strategie erlaubt mehr E-Scooter

Mit einer neuen Strategie werde versucht, „trotz einer Zunahme der Anbieter und der Tretroller einen ordnungsgemäßen Betrieb der Leih-Tretroller bei fairen Marktbedingungen in Rostock abzusichern“, heißt es von der Stadtverwaltung.

Konkret bedeutet dies, dass jeder Anbieter bis zu 600 Fahrzeuge in den Verkehr bringen darf – mindestens ein Drittel davon jedoch außerhalb von Innenstadt und Warnemünde. Theoretisch wären bei vier Anbietern insgesamt bis zu 2.400 Roller möglich, die Stadt beschränkt die Gesamtzahl in der Innenstadt jedoch anbieterübergreifend auf 500, in Warnemünde auf 120 Tretroller. Dies sind allerdings immer noch deutlich mehr als das vor einem Jahr von der Verwaltung angepeilte Maximum von 300 Elektromietrollern für den Innenstadtbereich.

Für die Nutzung eines E-Rollers fallen in der Regel Kosten von 1,00 Euro pro Fahrt (Entsperrgebühr) sowie 15 bis 25 Cent pro Minute an. Beim estnischen Anbieter Bolt sollen es – zumindest in der Startphase – nur 5 Cent pro Minute sein, ohne Freischaltgebühr.

Abstellverbotszonen in Fußgängerzonen und an der Warnow

Es gelten weiterhin Verbotszonen, in denen die Miete der Fahrzeuge nicht beendet werden kann, etwa in Fußgängerzonen, Park- und Grünanlagen sowie in Uferbereichen der Warnow. Je Anbieter dürfen nicht mehr als fünf Roller pro Ort bzw. Kreuzung aufgestellt werden. Zwischen den Standorten müssen mindestens 50 Meter liegen.

Beeinträchtigen abgestellte E-Scooter die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer, müssen diese von den Anbietern umgehend entfernt werden. Anderenfalls erfolgt dies kostenpflichtig im Auftrag der Stadtverwaltung. Kommunaler Ordnungsdienst und Polizei sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

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3 Kommentare

  • Maik sagt:

    Fördert nur weiterhin die massenhafte Entstehung von Elektro- und Elektronikschrott. Es gibt keinerlei Konzept zur Entsorgung, geschweige denn zum Recycling der zukünftigen Massen an E-Schrott! Aber nur weiter so, ignoriert nur die Umweltprobleme die jetzt durch die sogenannte E-Mobilität, unter dem Deckmäntelchen des vorgeblichen Umweltschutzes, geschaffen werden und überlasst sie den Verantwortlichen in 5 -10 Jahren.

    Und „Kommunaler Ordnungsdienst und Polizei sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.“? Wie denn? Beide sind doch längst am Limit und schaffen es schon lange nicht mehr die wirklich drängenden Probleme anzugehen. Das ist doch Alles nur Augenwischerei.

    Wirklich wirksame, langfristige Umweltstrategien sind in der Politik und leider auch bei den Umweltaktivisten nicht vorhanden, nur kurzfristiges Denken und eingängige Parolen.

  • John sagt:

    Naja Maik – das ist so ja nun nicht richtig. Metall und Elektroschrott landet schon ein paar Jahrzehnte im Recycling – genau wie PKWs, Elektrogeräte und Computer. Massen von E-Schrott gibt es spätestens seit den 80er … das ist alles nichts Neues. Einzig das Thema Akkus und -Entsorgung stellt im 21. Jahrhundert quantitativ etwas wirklich Neues dar.

  • Maik sagt:

    Ist das so John?

    Ich verweise mal auf Aussagen des NABU:
    „2017 wurden in Deutschland 836.907 Tonnen Elektroaltgeräte gesammelt. Mit 45,08 Prozent wurde die Sammelquote von 45 Prozent knapp erreicht. Die ab 2019 geltende Sammelquote von 65 Prozent wird dagegen voraussichtlich verfehlt.“

    „Das Recycling von Elektroaltgeräten beschränkt sich bislang auf Massenmetalle wie Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium und Edelmetalle, die leicht rückgewinnbar sind. Seltene Erden, Tantal, Gallium und Indium haben globale Recyclingraten von unter einem Prozent. Sie kommen beispielsweise in Smartphones nur in geringen Mengen vor und werden komplex verbaut, was ein Recycling aufwändig macht.Produkte mit fest verbauten elektrischen oder elektronischen Bestandteilen – beispielsweise „smarte“ Textilien oder Möbel – gehören seit August 2018 ebenfalls zum Elektroschrott. Durch sie wird das Recycling erheblich erschwert, da auf diesem Wege sonst für E-Schrott unübliche Materialzusammensetzungen in die Rücknahmesysteme gelangen. Diese Materialzusammensetzungen erfordern neue Verfahren und Behandlungsmethoden und teilweise ein aufwendiges händisches nachträgliches Trennen der Komponenten, beispielsweise von Elektro(nik)gerät und Sperrmüll.“

    Und nun erhöht sich die Masse des anstehenden E-Schrotts in den nächsten Jahren erheblich und die Sammelqoute wird deutlich sinken und somit auch die noch geringere Recyclingqoute. Und wie Sie selbst schrieben, für das Hauptproblem der Akkuentsorgung gibt es noch gar keine praxistaugliche Lösungsansätze.

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