Hansa Rostock unterliegt dem Halleschen FC mit 1:3

In Unterzahl muss sich Hansa beim Ost-Derby in Halle klar mit 3:1 geschlagen geben

10. März 2013, von
Johan Plat (Hansa Rostock) erzielte den zwischenzeitlichen Anschluss gegen den Halleschen FC
Johan Plat (Hansa Rostock) erzielte den zwischenzeitlichen Anschluss gegen den Halleschen FC

Hinten zu null spielen, lautete die oberste Maxime von Hansa-Trainer Marc Fascher vor dem Ost-Duell gegen den Halleschen FC. Doch es kam anders, ganz anders. Gleich drei Mal musste Hansa-Torwart Johannes Brinkies in den ersten 30 Minuten hinter sich greifen. Und so war die Partie für die Rostocker trotz zwischenzeitlichem Anschlusstreffer von Johan Plat spätestens nach der Roten Karte gegen Leonhard Haas endgültig gelaufen.

12.693 Zuschauer, darunter etwa 1.250 Hansa-Fans, sehen im ausverkauften Erdgas-Sportpark eine im Vergleich zum Burghausen-Spiel unveränderte Rostocker Startelf. Trotz abgesessener Gelb-Sperre von Abwehrchef Matthias Holst baut Marc Fascher damit erneut auf seinen Kapitän Sebastian Pelzer als Innenverteidiger.

Die Rostocker Gäste präsentieren sich von Beginn an offensiv und angriffslustig. Bereits nach gut einer Minute hat Hansa die erste Chance, als Collin Quaner einen schönen Querpass zu Nico Zimmermann spielt, der nur knapp an Halle-Keeper Darko Horvat scheitert. Kurz darauf ist es erneut Quaner, der einen langen Ball von Philipp Klement aus der eigenen Hälfte erläuft. HFC-Schlussmann Horvat kommt jedoch rechtzeitig aus seinem Kasten und ist kurz vor dem Rostocker Stürmer am Ball.

Hansa Rostock - HFC: Marco Hartmann erzielt das 2:0
Hansa Rostock - HFC: Marco Hartmann erzielt das 2:0

Halle hingegen geht effektiver mit seinen Chancen um. Eine Flanke von Daniel Ziebig ins Strafraumzentrum der Rostocker leitet die erste Gelegenheit der Hausherren ein. Timo Furuholm setzt sich acht Meter vor dem Tor im Kopfballduell gegen Michael Blum durch und versenkt die Kugel zur 1:0-Führung.

Drei Minuten später muss Johannes Brinkies erneut hinter sich greifen. Aus fast gleicher Position ist es diesmal HFC-Kapitän Maik Wagefeld, der einen Freistoß in den Strafraum der Rostocker tritt, wo Marco Hartmann vor Brinkies am Ball ist und den Schuss seines Kapitäns in den rechten Winkel ablenkt. Glück für Hansa, dass eine Mast-Flanke von links auf dem Querbalken abprallt (15. Minute).

Wenig geschockt gelingt Hansa Rostock kurz darauf der Anschluss. Nico Zimmermann spielt den Ball von der rechten Strafraumgrenze aus durch die Beine von Steven Ruprecht zu Johan Plat, der die Kugel unbedrängt aus wenigen Metern zum Anschlusstreffer über die Linie drücken kann (20. Minute).

Timo Furuholm baut die Führung des Halleschen FC gegen Hansa Rostock auf 3:1 aus
Timo Furuholm baut die Führung des Halleschen FC gegen Hansa Rostock auf 3:1 aus

Nur zehn Minuten später kann der HFC seine Führung dann jedoch erneut ausbauen. Nach einem Ziebig-Freistoß, dieses Mal von der rechten Seite, können Timo Furuholm und Kristian Kojola völlig unbedrängt von der Rostocker Defensive am langen Pfosten aufsteigen. Furuholm lässt sich diese Einladung nicht entgehen und köpft zum 3:1 ein.

Und es kommt noch schlimmer für die Fascher-Elf. Nach einem harten Einstieg gegen Ziebig sieht Leonhard Haas die Rote Karte (31. Minute). In Unterzahl gestaltet sich die Aufholjagd für die Rostocker nicht unbedingt leichter und so geht die erste Hälfte weitgehend ereignislos zu Ende.

Hansa-Trainer Fascher startet mit Matthias Holst (für Blum) und Sargis Adamyan (für Klement) in den zweiten Durchgang, der gleich zu Beginn für ein paar Minuten unterbrochen werden muss – einige Unbelehrbare zünden im Gästeblock wieder einmal Pyrotechnik.

Hallescher FC - Hansa Rostock: Pyrotechnik im Gästeblock
Hallescher FC - Hansa Rostock: Pyrotechnik im Gästeblock

In Überzahl und mit einer Zwei-Tore-Führung im Rücken kontrolliert Halle die Partie, lässt sich Zeit und den Gegner laufen. Ein paar spannende Szenen gibt es trotzdem zu sehen. In der 53. Minute versucht Dennis Mast nach einem schönen Zuspiel Brinkies zu umspielen, scheitert jedoch am Rostocker Schlussmann. Kurz darauf sorgt eine hohe Eingabe von Hartmann für Gefahr im Rostocker Strafraum (54. Minute). Mast stößt beim Kopfballversuch am langen Pfosten mit dem arg hohen Bein von Mendy zusammen und muss mit Verdacht auf Nasenbeinfraktur aus dem Spiel genommen werden.

Von der Hansa-Offensive ist derweil wenig zu sehen, HFC-Schlussmann Horvat bleibt in der zweiten Hälfte weitgehend arbeitslos und so endet die Partie nach 90 Minuten mit einem durchaus verdienten 3:1-Erfolg für den Halleschen FC.

Leonhard Haas (Hansa Rostock), hier im Duell mit dem Ex-Rostocker Björn Ziegenbein (Hallescher FC), sah heute die Rote Karte
Leonhard Haas (Hansa Rostock), hier im Duell mit dem Ex-Rostocker Björn Ziegenbein (Hallescher FC), sah heute die Rote Karte

Zweitliga-Absteiger Hansa gegen Regionalliga-Aufsteiger Halle – die Partie hat klar gezeigt, wo die Hansa-Kogge derzeit steht. Von einer qualitativen Verbesserung ist beim FC Hansa seit der Winterpause weiterhin wenig erkennbar. Ganz im Gegensatz zu Halle, die mit Fortuna-Leihgabe Furuholm und ihren weiteren Winterneuzugängen einen eindrucksvollen Aufwärtstrend geschafft haben.

Mit sieben Niederlagen aus den letzten acht Spielen trennen die Rostocker erneut nur noch fünf Punkte von den Abstiegsplätzen. Weiter geht es im Kampf um den Klassenerhalt für die Kogge am nächsten Samstag, wenn Hansa Rostock in der DKB-Arena die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart empfängt.

Tore:
1:0 Timo Furuholm (11. Minute)
2:0 Marco Hartmann (14. Minute)
2:1 Johan Plat (20. Minute)
3:1 Timo Furuholm (30. Minute)

Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Johannes Brinkies (Torwart)
Noёl Alexandre Mendy, Sebastian Pelzer, Maurice Trapp, Michael Blum (Matthias Holst, ab 46. Minute)
Ken Leemans, Leonhard Haas
Nico Zimmermann (Julien Humbert, ab 64. Minute), Philipp Klement (Sargis Adamyan, ab 46. Minute)
Johan Plat, Collin Quaner

Fotos: Stefan Röhrig

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2 Kommentare

  • Frank sagt:

    bengalos wurden aber auch im hfc block gezündet

  • Marc sagt:

    Ja, aber nur vor dem Spiel und keine Böller, oder? Also keine Spielunterbrechung, wohl auch kein Vermerk im Spielbericht des Schiris und auch keine Strafe – okay ist es natürlich trotzdem nicht, auch wenn das die Unbelehrbaren auf beiden Seiten wie immer anders sehen werden.

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