Tief „Miriam“ bringt erneut Schnee nach Rostock

Die unendliche Geschichte in Weiß – Winter in Rostock

2. Februar 2010, von

Schneemassen in der Warnemünder Alexandrinenstraße Surprise, Surprise! Heute hat es zur Abwechslung in Rostock ausnahmsweise mal – Ihr ahnt es schon – geschneit.

„Und täglich grüßt der Schnee“ möchte man meinen, in Anlehnung an die Filmkomödie aus den frühen Neunzigern. So langsam kann wohl jeder nachempfinden, wie sich Bill Murray als exzentrischer Wetterfrosch Phil Connors damals gefühlt haben mag, als er wieder und wieder denselben Tag erlebte.

Winter auf der Warnemünder Mole Zu ändern scheinen sich nur die Namen. Die Namen der Tiefs, die uns tagein, tagaus von Neuem mit der weißen Pracht beglücken. „Miriam“ so der Name der jungen Lady, die uns heute nach „Daisy“, „Jennifer“ und „Keziban“ nicht nur reichlich Neuschnee beschert, sondern gleich auch noch den Wind für die geliebten Verwehungen mit im Gepäck hat.

Doberaner Platz im Winter „Miriam“ bringt jedoch nicht nur weiteren Schnee nach Rostock, sondern auch einen weiteren Tag schulfrei, teilweise zumindest!

Während bei unseren Nachbarn in Schleswig-Holstein der Unterricht morgen komplett entfällt, mag sich unsere Landesregierung nicht mehr zu solch globalen Entscheidungen durchringen. Im Landkreis Parchim fällt der Unterricht aus, andere Kreise haben sich bislang noch nicht entschieden. Vielleicht sollte man im Zuge der besseren Planbarkeit einfach die Winterferien um die paar Tage vorziehen? Nur so eine Idee …

Ein Schandfleck weniger - Der Bahnhofstunnel in Warnemünde vom Schnee begraben „Bei extremen Witterungsbedingungen entscheiden letztendlich die Erziehungsberechtigten in eigener Verantwortung“ so die Mitteilung des Bildungsministeriums. Vielleicht solltet Ihr Eure Eltern einfach mal mit einer heißen Tasse Tee überraschen?

Rodeln, den 11. Schneemann bauen oder zum 23. Mal eine zünftige Schneeballschlacht? Wie gut könnte man solch einen freien Tag doch nutzen und wenn es nur mit Ausschlafen ist!

Fahrrad statt Bahn? Im Schnee auch keine Alternative! Über die mal wieder chaotischen Straßenverhältnisse in Rostock zu lamentieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Aber wer möchte das schon, vor allem bei diesem Wetter. Und woher bekommt man auf die Schnelle solch eine Eule, oder gar mehrere?

Treffender als die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), unser geliebtes städtisches Nahverkehrsunternehmen, kann man es wohl kaum zum Ausdruck bringen. „Anhaltender Schneefall überrascht Rostock“ lautet dort doch glatt die Bildunterschrift auf der Seite zu den „Verspätungen bei Bahn und Bus“. Surprise, Surprise – schrieb ich doch schon zu Beginn. Plötzlich war er da, der Schnee, überraschend und so vollkommen unerwartet – guten Morgen!

Plätzchen frei - Eingeschneite Bänke auf der Promenade in Warnemünde Zumindest ihren Humor scheinen die Jungs und Mädels der RSAG noch lange nicht verloren zu haben. „Sicher und sorgenfrei durch den Winter“ so der Slogan der aktuellen Marketing-Kampagne. „Bei jedem Wetter bequem zur Arbeit, zum Sport und zum Shopping!“ außer es schneit, ganz überraschend, versteht sich.

„Dass die Winterdienstkapazitäten der Hansestadt Rostock an ihre Grenzen gekommen sind“ konnte der Stab der Stadtverwaltung in seiner gestrigen Zusammenkunft erkennen.

Winter auf der Promenade in WarnemündeDen Einwohnern dürfte dieser Fakt nicht entgangen sein. Wer gestern beispielsweise im Schritttempo durchs Bahnhofsviertel oder die Grubenstraße gefahren geschlittert ist, dürfte sich in der Tat eher auf einer Bob-Bahn denn auf einer Straße gewähnt haben.

Dass viele Bewohner selbst verkehrswichtiger Straßen der Kategorie A in diesem Winter noch kein Räumfahrzeug zu Gesicht bekommen haben, dürfte dabei wohl nicht nur an der schlechten Sicht im Schneegestöber liegen. Das Winterdienstkonzept der Hansestadt zu überdenken, ist mehr als überfällig. Hoffen wir, dass dieser Gedanke bei steigenden Temperaturen nicht schneller vom Tisch gefegt wird als derzeit der Schnee von den Straßen.

Schneemassen am Strand von Warnemünde Des einen Freud‘, des anderen Leid. Entgehen lassen sollte man sich den Anblick dieser fantastischen Winterlandschaft in keinem Fall.

Geht raus, genießt den Anblick und haltet ihn auf Zelluloid oder Speicherkarte fest!
Für Eure Kinder oder Enkelkinder, die möglicherweise nie mehr einen Grund haben werden, über solch ein Winterchaos zu meckern, aber eben auch keine Chance, solch ein Wintermärchen zu genießen.

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