Boxenalarm im IGA-Park - Seeed in Rostock

Reggae und Pop im edlen Zwirn auf der IGA-Park-Bühne – Marteria und Cold Steel unterstützen die Berliner Band

1. September 2013, von
Seeed in Rostock
Seeed in Rostock

Boxenalarm im IGA-Park: mächtige Bässe und Bläserfanfaren in irrer Lautstärke waberten Freitagabend in die Stadt hinein. Vor der Bühne, die seit dem Konzert der Toten Hosen am Mittwoch noch etwas umgebaut worden war, standen 13.700 Fans Kopf nickend, Fuß wippend und ausgelassen tanzend.

Seeed drückten ihren unverkennbaren Sound aus Reggae, Dancehall, Hip-Hop und Pop in die Rostocker Gehörgänge. Schon einmal, 2007 beim Konzert „Deine Stimme gegen Armut“ zum G8-Gipfel, war die Berliner Band hier aufgetreten. Nun führte sie ihre aktuelle Tour wieder an die Warnow. Diesmal hatten sie etwas mehr Zeit, knapp zwei Stunden, für ihre Party.

Seeed im IGA-Park
Seeed im IGA-Park

Es dämmerte schon, als der große schwarze Vorhang fiel und den Blick auf die dreizehnköpfige, in feinem Zwirn gestylte Band freimachte. Vor dem leuchtenden Bandlogo mit stilisierter Krone hatten sich auf hohen Podesten Percussionist, Drummer, Gitarrist, Bassist und DJ postiert. Posaune und Saxofon der eigentlich elfköpfigen Band wurden mit zwei weiteren Bläsern verstärkt. Beim Opener „Le Monde“ noch relaxt im Schneidersitz wartend, gab es für Demba „Boundzound“ Nabé danach keine Verschnaufpause mehr. Mit seinen beiden Co-Frontmännern Pierre Baigorry alias Peter Fox und Frank Dellé verpasste er mit ihren mal synchronen, mal freien Bewegungen der Musik eine zusätzliche Dynamik, die auch dem Publikum unweigerlich in die Knie ging. „Ihr habt einfach Rhythmus hier. Das sieht man sofort“, schmeichelte Peter Fox, der die Moderation übernahm, den Fans und brachte sie dazu beim „Harlem Shake“ mit einem Kleidungsstück rhythmisch über dem Kopf zu kreisen.

„Hier bekommt ihr, was ihr braucht/Liebe und Bass im Bauch“, heißt es in „Seeed’s Haus“, einem Titel von ihrem neuesten Album mit dem schlichten Namen „Seeed“. Und so waren „Dickes B“, „Ding“, „Beautiful“, „Augenbling“ und viele weitere Hits von ihren seit 2001 veröffentlichten vier Alben zu hören. Zwischen den aufgedrehten Partysongs schlugen Seeed mit ihren Reggae-Stücken immer wieder etwas ruhigere Töne an. Romantisch wurde es bei „You & I“, bei dem das Publikum zahlreiche Feuerzeuge anzündete.

Peter Fox
Peter Fox

Unter die Seeed-Klassiker mischten sich mit „Alles neu“ und „Schwarz zu Blau“ auch zwei sehr erfolgreiche Songs aus dem Soloalbum von Peter Fox. Wie schon auf „Stadtaffe“ so wirbelte auch auf der Rostocker Bühne die vierköpfige Drumline Cold Steel kräftig mit.

Einen weiteren Gast hatte sich Seeed für die Zugabe aufgehoben. Ein Heimspiel für den Rostocker Rapper Marteria, der zu „Sekundenschlaf“ vors Publikum trat. 2011 hatte er den Titel gemeinsam mit Peter Fox aufgenommen.

Nach der dritten Zugabe hieß es schließlich auch für die Besucher, die sich auf den hinteren Hügeln des Konzertplatzes auf der Wiese niedergelassen, wo der Sound übrigens in seiner Lautstärke (immer noch) erstklassig war, „Aufstehn“.

Bilder vom Konzertabend mit Seeed im Rostocker IGA-Park:

Schlagwörter: IGA-Park (94)Konzert (322)Marteria (18)Pop (64)

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2 Kommentare

  • Theo sagt:

    Seeed machen Musik im Genre Dancehall bis Dub. Mit Pop hat das nichts und mit Reggae wenig zu tun.

  • André sagt:

    Pop steht doch für Populärmusik. Und bei fast 15000 Leuten würde ich sagen, das ist schon ziemlich populär. Außerdem finde ich persönlich (und darum gehts ja oftmals bei so Genreeinteilungen), dass es auch mit Dancehall bis Dub wenig zu tun hat.

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