Umbau des Bahnhofs Warnemünde liegt im Zeitplan

Das Stellwerk ist abgerissen, der Bahnhofstunnel und die meisten Gleise sind zurückgebaut – bis zum 19. Mai 2020 soll der Umbau des Warnemünder Bahnhofs abgeschlossen sein

27. November 2019, von
Der alte Bahnhofstunnel in Warnemünde wurde schon fast komplett zurückgebaut
Der alte Bahnhofstunnel in Warnemünde wurde schon fast komplett zurückgebaut

Generationen von Warnemündern und ihren Gästen sind durch ihn geschritten – den Bahnhofstunnel, der bereits seit 1903 den Bahnhof des Seebads mit dem Neuen Strom verbindet. Eng, stinkend und manchmal tropfte es auch etwas von der Decke – dennoch verbinden viele ihre ganz eigenen Erinnerungen mit dieser Unterführung.

Doch nun ist der Tunnel endgültig Geschichte. Der Großteil der Fußgängerunterführung ist bereits zurückgebaut, in den nächsten Tagen wird das Bauwerk schichtweise verfüllt. Im Zuge des Bahnhofsumbaus wird der Tunnel durch eine ebenerdige, barrierefreie Alternative ersetzt.

65 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn insgesamt in den Umbau des Warnemünder Bahnhofs. Davon werden auch zwei neue Fernbahnsteige mit einer Länge von jeweils 370 Metern errichtet – sie sollen die Anbindung des Kreuzfahrttourismus verbessern.

Bis zum S-Bahn-Haltepunkt Warnemünde-Werft erstreckt sich das Baufeld
Bis zum S-Bahn-Haltepunkt Warnemünde-Werft erstreckt sich das Baufeld

Die Rückwand des östlichsten Bahnsteigs 5 dient gleichzeitig als Hochwasserschutzmauer und bietet drei ebenerdige Zugänge zum Neuen Strom – einmal auf Höhe des bisherigen Tunnels sowie etwa auf Höhe der beiden Kreuzfahrtterminals. Während die historische Bahnhofsüberdachung nicht angefasst wird, werden die Bahnsteige mit modernen taktilen Leitsystemen für blinde und sehbehinderte Fahrgäste ausgestattet.

Vom S-Bahn-Haltepunkt Warnemünde-Werft bis zum Bahnhof Warnemünde erstreckt sich das Baufeld, in dem der komplette Oberbau mit Gleisen und Weichen zurückgebaut wird. „Teilweise gehen wir bis zu 1,70 Meter tief unter Gleis, um neue Tragschichten aufzubauen, die eine langfristige Nutzungsdauer ermöglichen“, beschreibt Ingo Buhlke die anstehenden Arbeiten. Als Projektleiter für die Ausbaustrecke Berlin – Rostock ist er auch für den Umbau in Warnemünde verantwortlich. Fast alle Gleise werden neu verlegt und auch die Oberleitung wird erneuert.

Vor ein paar Tagen stand noch ein kleiner Rest des alten Stellwerks in Warnemünde - inzwischen ist es komplett abgerissen
Vor ein paar Tagen stand noch ein kleiner Rest des alten Stellwerks in Warnemünde - inzwischen ist es komplett abgerissen

Bis zum 19. Mai müssen sämtliche Arbeiten erledigt sein. Pünktlich um 3 Uhr morgens soll an diesem Tag der Bahnhof Warnemünde wieder in Betrieb gehen. Ein ambitioniertes Ziel, doch „wir liegen gut im Zeitplan“, bestätigt Alexander Rink, der für die Bauüberwachung zuständig ist. Selbst leichter Frost führe nicht zu Verzögerungen, beruhigt er.

Bereits in Betrieb ist das digitale Stellwerk (DSTW) für den Bereich Bramow bis Warnemünde. Es ist deutschlandweit das erste DSTW, das auch Züge des Personenfernverkehrs steuert, so Buhlke. Das alte Relais-Stellwerk ist inzwischen dem Bagger zum Opfer gefallen.

Gang durch den ehemaligen Bahnhofstunnel in Warnemünde:

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