Höhere Aufenthaltsqualität - Jakobikirchplatz wird aufgewertet

Mehr Sitzgelegenheiten, ein Grünes Klassenzimmer und neue Spielangebote sollen den Jakobikirchplatz aufwerten, auch das Tanzglockenspiel soll bald wieder funktionieren

8. September 2021, von
Jakobikirchplatz wird aufgewertet
Jakobikirchplatz wird aufgewertet

Der Jakobikirchplatz ist in die Jahre gekommen. Kaputte Wege, fehlendes Grün und Hinterlassenschaften von Mensch und Hund laden mitten im Stadtzentrum nicht unbedingt zum Verweilen ein. Jetzt soll der Platz, der an die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und 1960 komplett abgerissene Jakobikirche erinnert, wieder die Qualität erhalten, die er bei seiner Eröffnung vor 20 Jahren hatte. Vielleicht gibt es dann auch schon bald wieder mehr Kultur an diesem Ort zu erleben.

„Es geht nicht um eine Umgestaltung des Platzes, sondern um eine Aufwertung“, stellte Stefan Patzer, Sachgebietsleiter Planung beim Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege, bei der Präsentation der Pläne im Ortsbeirat Stadtmitte klar.

Wege werden repariert und die Bepflanzung erneuert

In mehreren Bereichen des Platzes sind Wege und Entwässerung defekt. An einigen Stellen ist die Pflasterung abgesackt, an anderen haben Wurzeln Schäden verursacht, erklärt Patzer. Im Bereich der Kolonnade sind Betonplatten zerstört, darüber hinaus müssen Mosaikpflaster, Grauwacke und Granitbänder teilweise neue verlegt werden.

Auch die Bepflanzung ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Drei „Schmuddelecken“ gibt es auf dem Platz, die zu einer „öffentlichen Bedürfnisanstalt“ geworden sind, weiß der Planer vom Grünamt. An den Problemstandorten sollen Berberitzen, Feuerdorn oder Zierquitten gepflanzt werden. „Es soll zumindest weh tun“, wenn sich hier künftig jemand in die Büsche schlägt, schmunzelt Patzer. Eine öffentliche Toilette ist nicht geplant, am nahe gelegenen Uniplatz gibt es diese bereits.

In den Bereichen, die die ehemaligen Grundmauern der Kirche repräsentieren, werden insektenfreundliche Blumenwiesen angelegt. Außenherum soll der Platz mit Stauden und Gehölzen ergänzt werden, die ursprünglich dort geplant waren.

Auch das Tanzglockenspiel auf dem Jakobikirchplatz soll bald wieder funktionieren
Auch das Tanzglockenspiel auf dem Jakobikirchplatz soll bald wieder funktionieren

Mehr Sitzgelegenheiten und Spielangebote

Neue Sitzgelegenheiten sollen künftig zum Verweilen einladen. An der Kolonnade werden mehrere Betonquader mit Holzauflagen und Lehnen aufgestellt, dazu kommen Sitzhocker auf dem Rasen. Zusätzliche Bänke gibt es auch an der West- und Ostseite das Platzes. Neben Abfallbehältern ist auch eine Hundetoilette geplant.

Einen großen Abenteuerspielplatz gibt dieser geschichtsträchtige Ort nicht her, betont Patzer, punktuell soll es aber Spielangebote geben, an denen Eltern mit ihren Kindern verweilen können. Nördlich der großen Eiche wird ein neues Memoryspiel aufgestellt und auch das beliebte Tanzglockenspiel soll wieder funktionieren. Vor anderthalb Jahren musste das rund 23.000 Euro teure Gerät wegen eines Defekts demontiert werden.

An der Ecke zur Apostelstraße wird es ein Plateau mit umlaufenden Sitzgelegenheiten geben, die mittels LED-Installation beleuchtet werden. Der Bereich kann als „Grünes Klassenzimmer“ für die Umweltbildung, aber auch als allgemeiner Treffpunkt genutzt werden, zusätzlich wird eine kleine Sitz- und Spielskulptur neu aufgestellt.

Etwas weiter nördlich steht künftig ein 80×80 Zentimeter großer Schachtisch, die Figuren müssen jedoch selbst mitgebracht werden. Dies war ein Wunsch der Senioren, aber auch von Jugendlichen, sagt Patzer. Zum Sitzen gibt es drei Betonhocker mit Holzauflagen.

Die Lichtstelen am Rundweg sollen gereinigt, die LED-Strahler an der Kolonnade wieder aktiviert werden. Defekt – wie ursprünglich vermutet – sind sie nicht, sie wurden einfach außer Betrieb gesetzt.

Bis zur Saison 2022 soll alles fertig werden

Eigentlich wollte man bereits mit den Baumaßnahmen begonnen haben, durch die Corona-Pandemie und lange Lieferzeiten verzögerte sich das Projekt jedoch etwas. Jetzt laute das ehrgeizige Ziel, dass „bis zur nächsten Saison alles hübsch ist“, sagt Patzer.

Rund 220.000 Euro wurden für die Arbeiten veranschlagt. Finanziert werden diese aus dem „Maßnahmenpaket zugunsten der regionalen Wirtschaft“, das die Bürgerschaft angesichts der Corona-Krise vor einem Jahr beschlossen hat. Dieses beinhaltet Maßnahmen zur „Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch zusätzliche Stadtmöblierungen und weitere Stadtbegrünungsmaßnahmen“.

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