Ruzica Zajec gewinnt den Rostocker Kunstpreis 2013

Ruzica Zajec erhält für ihre Glasarbeiten den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis, der in diesem Jahr für den künstlerischen Umgang mit Textilien, Porzellan, Keramik und Glas verliehen wurde

15. Dezember 2013, von
Rostocker Kunstpreis 2013 für Ruzica Zajec
Rostocker Kunstpreis 2013 für Ruzica Zajec

Die Künstlerin Ruzica Zajec hat den Rostocker Kunstpreis 2013 gewonnen. Mit ihren räumlichen Glasarbeiten überzeugte sie die Jury, die in diesem Jahr erstmals die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für innovative und experimentelle Gestaltung der Materialien Textil, Porzellan, Keramik und Glas verlieh.

Die Wahl des Genres war nicht ganz unumstritten, deutet Professor Dr. Wolfgang Methling von der auslobenden Kulturstiftung Rostock an. Zu unklar seien die Übergänge zwischen Kunst, Kunsthandwerk und Design. Und tatsächlich befinden sich in der Ausstellung der fünf Finalistinnen Gebrauchsgegenstände wir Kleidung und Gefäße.

Umso deutlicher setzt sich die Gewinnerin mit ihren Arbeiten aus Glas davon ab. „Meine Kunst erschließt sich erst auf den zweiten Blick“, sagt Ruzica Zajec.

Ruzica Zajec in der Kunsthalle
Ruzica Zajec in der Kunsthalle

Ihre Objekte sind ausgeklügelte Konstruktionen, die mit dem Gleichgewicht spielen. Eher bildhaft sind ihre Wandarbeiten, die einen Spiegel einrahmen, dem eine Glasscheibe mit geometrisch anmutenden Mustern in fein abgestimmten Farbnuancen vorgesetzt ist und so ungewöhnliche visuelle Effekte hervorruft.

„Sie hat sich nicht einfangen lassen von den Neurosen, in denen sich mittlerweile die Kunst gefällt, nicht eingereiht in die Hysterie unzufriedener, stolpernder Sinnsucher, die den Blick auf den eigenen Horizont verloren haben. Es ist vor allem die Leichtigkeit, das Unangestrengte, das ihre Kunst auszeichnet“, lobt Jurymitglied Dr. Ulrich Ptak in seiner Laudatio die Souveränität der Künstlerin.

Ruzica Zajec wurde 1959 in Kroatien geboren. Zunächst studierte sie auf Wunsch ihrer Eltern Jura, wandte sich jedoch bald ihrer Leidenschaft der Kunst zu und nahm ein Grafik-Design-Studium an der Akademie der Künste in Sarajevo und später an der Fachhochschule in Hannover auf, das sie mit einem Diplom als Meisterschülerin des Malers und Grafikers Peter Redeker abschloss.

Zum Glas kam die Künstlerin, die zuvor schon mit Plexiglas experimentierte, eher zufällig. Gelegentlich benutzte sie Spiegel als Malpalllette. So entstanden reizvolle Bilder der Farbnuancen, deren Reflexionen räumlich wirkten. Als sie dann noch die hintere Beschichtung des Spiegels teilweise zerkratzte erhielt sie einen weiteren illusionären Raum.

Künstlerin Tanja Zimmermann vor Glasarbeiten von Ruzica Zajec
Künstlerin Tanja Zimmermann vor Glasarbeiten von Ruzica Zajec

„Das räumliche Arbeiten interessiert mich besonders“, erklärt Ruzica Zajec, die damit ihre eigene künstlerische Position in einer langen Tradition der Verwendung des Materials Glas in der Kunst, die einst mit der klassischen Bleiverglasung begann, gefunden hat.

Der Rostocker Kunstpreis sei eine große Anerkennung ihre Arbeit, sagt Ruzica Zajec. Mit dem Preisgeld könne die Künstlerin, die mit ihrem Mann in Kraaz bei Sternberg lebt, nun etwas „entspannter der Zukunft entgegen gehen“.

Gegen vier weitere Mitbewerberinnen – Sabine Grundmann, Regina Kaufmann, Regine Müller-Waldeck und Sandra Schmedemann – konnte sich Ruzica Zajec schließlich durchsetzen. Insgesamt waren 32 Bewerbungen, überwiegend von Frauen, eingereicht worden. Welches Genre im nächsten Jahr ausgezeichnet werden soll, wird ab Januar beraten.

Politiker versprechen mehr Kunstförderung

Von allen fünf Finalistinnen wird die Stadt, wie im letzten Jahr beschlossen, Arbeiten ankaufen. Durch die hohe Qualität des Auswahlverfahrens (in der Jury beteiligen sich unter anderem Kunstwissenschaftler von Kunsthochschulen aus Berlin, Halle und Greifswald) und der Präsentation in der Kunsthalle ließ sich auch Kulturminister Mathias Brodkorb beeindrucken und „will der Kommission des Kunstankaufs des Landes vorschlagen, künftig den Preisträger des Rostocker Kunstpreises beim Landesankauf zu berücksichtigen.“

Angesichts der steigenden Besucherzahlen der Kunsthalle von 25.000 auf 60.000 lobte der Minister auch die Kunsthalle. Um diese Zahl noch weiter auf 80.000 zu erhöhen, versprach er eine „bemerkenswerte Erhöhung“ der Landesförderung im nächsten Jahr.

Auch Oberbürgermeister Roland Methling ließ sich nicht lumpen und wies auf die monetäre Förderung des Kunstmuseums durch die Stadt hin. So hatte erst letzte Woche der Hauptausschuss beschlossen, dass der Kunsthalle zusätzliche 25.000 Euro erlassen werden. „Diese Mittel stellen wir sehr gern bereit für die Entwicklung der Kunsthalle“, sagte Roland Methling, der auch über einen Anbau der Kunsthalle nachdenken möchte. Weitere 100.000 Euro stellt die Stadt für den Bau eines Parkplatzes bereit, der im nächsten Jahr fertig sein soll.

  • Die Ausstellung kann noch bis zum 26. Januar 2014, dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr in der Rostocker Kunsthalle (Hamburger Straße 40) besucht werden.

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