Wo bitte geht’s zum Volkstheater?

Morgen öffnet das Theaterzelt, doch die Wegweiser führen noch zum Großen Haus

22. September 2011, von
Das neue Theaterzelt ist direkt auf der anderen Straßenseite, doch der Wegweiser führt nach rechts in die Doberaner Straße
Das neue Theaterzelt ist direkt auf der anderen Straßenseite, doch der Wegweiser führt nach rechts in die Doberaner Straße

Wo bitte geht’s zum Volkstheater? Major Crampas ist verwirrt. Mit seiner Geliebten ist er heute Abend verabredet und nun das! Seit Stunden irrt Crampas durch die Stadt – die Pferde müde, die Blumen verwelkt, der Major orientierungslos.

„19:30 Uhr, Theaterzelt, Volkstheater“ steht auf dem Zettel, den ihm Effi heimlich zugesteckt hat. Doch wo ist das Theaterzelt? Rechts ab, befahl ihm der Wegweiser in der Lübecker Straße, rechts ab geht’s zum Volkstheater und rechts ab lenkte er militärisch korrekt seine Kutsche. Nun steht er hier. Nicht vor einem Zelt, sondern vor einem Haus. Ein Großes Haus zwar, doch ist es dunkel, leer und auch von Effi fehlt jede Spur.

Theaterzelt - die neue Ersatzspielstätte des Volkstheaters Rostock am Werftdreieck ist nicht ausgeschildert
Theaterzelt - die neue Ersatzspielstätte des Volkstheaters Rostock am Werftdreieck ist nicht ausgeschildert

Mit Fontanes „Effi Briest“ nimmt das Volkstheater Rostock morgen Abend das neue Theaterzelt am Werftdreieck offiziell in Betrieb. Dass Lisa Flachmeyer (Effi Briest) und Paul Walther (Major Crampas) aus dem Rostocker Schauspielensemble den Weg in ihre neue Spielstätte finden, dürfte sicher sein. Doch wie steht es um die Besucher?

Seit Februar ist das Große Haus des Volkstheaters aus Brandschutzgründen geschlossen. Vor gut drei Monaten stellte Intendant Peter Leonard das Programm für die neue Spielzeit vor, seitdem ist auch der Zeitplan fürs Theaterzelt bekannt. Dennoch führen alle Wegweiser die ortsunkundigen Gäste statt ans Werftdreieck weiterhin zum geschlossenen Großen Haus.

Hat es in gut drei Monaten niemand geschafft, für eine Ausschilderung der neuen Spielstätte zu sorgen? „Das muss beantragt werden, das machen wir nicht so“, erklärt Volker Scholz, der im Stadtamt der Hansestadt für die Verkehrsangelegenheiten zuständig ist. „Als feststand, dass das Zelt dort steht, hätte man beim Tiefbauamt eine Änderung beantragen können“, so Scholz.

Auch vom Schröderplatz kommend werden die Besucher über den Patriotischen Weg zum Großen Haus geführt
Auch vom Schröderplatz kommend werden die Besucher über den Patriotischen Weg zum Großen Haus geführt

Liegt der Schwarze Peter also beim Volkstheater? Hat dort niemand eine Ausschilderung beantragt? „Offenbar“, lautet der knappe Kommentar von Andrea Fonk, die im Haus für den Bereich Kommunikation zuständig ist. Durch den Aufbau der neuen Spielstätte sei in den letzten Wochen so viel Arbeit angefallen, dass sich bisher noch niemand um eine Beschilderung kümmern konnte. Dies solle nun aber sofort in Angriff genommen werden, verspricht Fonk.

Wann könnten die Schilder stehen? „So etwas kriegt die Verwaltung innerhalb von zehn Stunden hin“, erklärt Heiko Tiburtius. „Es kommt auf den Sachverhalt an“, schränkt der Leiter des Tief- und Hafenbauamtes dann aber doch ein. Bei einem amtlichen Schild nach einer verkehrsrechtlichen Anordnung könne es auch zwei bis drei Wochen beanspruchen.

Bleibt zu hoffen, dass die dringend notwendigen Besucher dem Theaterzelt bis dahin nicht aufgrund der fehlenden Ausschilderung fernbleiben.

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2 Kommentare

  • Oblo Mow sagt:

    Jaja, und selbst wer das Zelt gefunden hat steht ja noch lange nicht am Eingang. Ich hätte direkt Lust mich heute Abend dort aufzustellen und die Besucher zu beobachten, wie sie um das Areal herumirren. Ist dann ein Schauspiel der etwas anderen Art…

  • Fritz sagt:

    Sind aus DBR kommend auch erstmal vorbeigefahren. Da man nach der Eyth-Straße nicht mehr links abbiegen kann und daher irgendwo umdrehen muss, wäre ein Hinweise schon gut!
    Ansonsten: Für ein Zelt ganz nett, aber doch nur ein Zelt. Besser als keine feste Spieltstätte, aber einen zusätzlichen Reiz können wir nun auch wieder nicht erkennen.

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