Polleranlage für Fahrradstraße nach Warnemünde

Die Fahrradstraße im Groß Kleiner Weg zwischen Rostock-Lichtenhagen und Warnemünde soll abgepollert werden, um unerwünschten Kfz-Durchgangsverkehr zu verhindern

16. Oktober 2020, von
Polleranlage für Fahrradstraße nach Warnemünde
Polleranlage für Fahrradstraße nach Warnemünde

Eine Polleranlage soll künftig den Kfz-Durchgangsverkehr auf der Fahrradstraße zwischen Lichtenhagen, Diedrichshagen und Warnemünde unterbinden. Das gab Franka Teubel, Leiterin des Ortsamts Nordwest 1, am Dienstagabend auf der Ortsbeiratssitzung Warnemünde/Diedrichshagen bekannt. Hintergrund der Maßnahme sei, dass der Durchgangsverkehr die Nutzung der Fahrradstraße für Radfahrer und Fußgänger erschwere und gefährde.

Etwa auf Höhe der Ortsteilgrenze zwischen Lichtenhagen und Diedrichshagen soll der Groß Kleiner Weg abgepollert werden. Um ein Umfahren zu verhindern, wird auch der östlich verlaufende Gehweg abgesichert. Rettungsfahrzeuge können die Polleranlage passieren, Anlieger sollen ihre Grundstücke weiterhin erreichen können.

Die Realisierung der Polleranlage kann laut Auskunft des Tiefbauamts innerhalb von vier Wochen erfolgen. Vorher soll jedoch das Einziehungsverfahren nach § 9 des Straßen- und Wegegesetzes Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt werden, für das vom Amt acht Monate veranschlagt werden. Vorab hat Verkehrssenator Holger Matthäus den Ortsbeirat um ein positives Votum gebeten. Läuft alles nach Plan, kann es bereits in der Saison 2021 zu einer Verbesserung für den Radverkehr kommen.

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7 Kommentare

  • Jürgen Wangermann sagt:

    Eine sehr gute Maßnahme. Jedoch habe ich festgestellt, dass gerade die Anwohner dort oft ein rücksichtsloses Verhalten an den Tag legen.

  • dr.listemann sagt:

    Wieder einmal beweist sich der namentlich o.g. Rostocker Senator für Infrastruktur, Umwelt und Bau als geistiger Tiefflieger, der dafür sorgt, dass der Durchgangsverkehr für Anlieger zwischen Lichtenhagen und Diedrichshagen um erhebliche Kilometer und Zeiten um Lütten-Klein oder Warnemünde herum erschwert wird und als Ausweich wird jetzt zum Leidwesen der Anwohner der schmale der Elmenhorster Weg noch mehr frequentiert werden … Diverse Vorschläge von Rostocker Bürgern, den Verkehr am Lichtenhäger Knoten Güstrower Strasse / Parchimer Strasse dem Haupverkehrsfluss anzupassen, eine letzte Brücke über die Stadtautobahn von Lichtenhagen nach Groß-Klein zu unterstützen, die Ortseinfahrt nach Warnemünde Doberaner Strasse – Parkstrasse bereits ab Ortseingangsschild auf 30 km/h gerade wegen des Friedhofs zu entschleunigen, wurden von seinem Amt überheblich vom Tisch gewischt. Die Abpollerung des Groß-Kleiner Wegs – wenn überhaupt – macht mehr Sinn, wenn endlich die Mecklenburger Allee von Lichtenhagen bis nach Elmenhorst durchgebaut ist. Also: „Hört mir bloß auf mit den unausgegorenen Ideen der GRÜNEN auf !!!“

  • Eric sagt:

    Das ist für alle, egal ob jung oder alt eine sehr erfreuliche Nachricht. In der Sommerzeit wird diese Fahrradstraße doch sehr stark von Autos genutzt. Für viele Radfahrer die auf das KFZ verzichten und den Weg nutzen war der starke Verkehr eine Gefahr. Das ist ein positives Zeichen in Richtung Fahrradstadt Rostock.

  • Michael sagt:

    @Dr. Listemann
    1. Die Fahrradstraße war nie für den Durchgangsverkehr zwischen Diedrichshagen und Lichtenhagen zugelassen. Dort steht „Anlieger frei“. Ein Durchfahrt, sprich Abkürzung, ist kein Anliegen.
    2. Hatten die Autofahrer lange Zeit zu beweisen, dass sie sich angemessen auf einer Fahrradstraße verhalten können. Drängeln und dichtes Überholen waren jedoch die Realität.
    Die Chance wurde damit leider verspielt. In der Langen Straße, viel zu eng um regelkonforn Radfahrer zu überholen seitdem der Radstreifen in eine Sperrfläche umgestaltet wurde, sieht man leider genau das gleiche Verhalten. Für ein paar Sekunden Zeitersparnis, gefährdet man vorsätzlich andere Verkehrsteilnehmer.
    Ein Miteinander wie in Dänemark oder den Niederlanden ist in der Autonation wohl noch in weiter Ferne.

    Weiterhin besteht der Zeitunterschied zwischen Diedrichshagen und Lichtenhagen, fährt man über die Warnemünder Parktstraße, etwa 1 Minute, wenn man die Zeit zwischen Diedrichhagen und dem REWE in Lichtenhagen nimmt. Die Fahrradstraße dürfte man ohnehin nur mit 30 km/h befahren, wenn sie denn für Nicht-Anlieger frei wäre. (Zeiten gemäß Google Maps)

  • dr.listemann sagt:

    Ich sehe hier nur die Meinungen der Fahrradfahrer, nicht aber der Anlieger (Bewohner, Kleingärtner, Friedhofsbesucher u.a.m.) und Derer, die hier auf dem kürzesten Wege zur Arbeit nach Diedrichshagen, Elmenhorst, Doberan, Warnemünde (oder anders herum) müssen – und das sind erfahrungsgemäß absolut nicht Wenige. Die beobachteten Rücksichtslosigkeiten sehe ich sowohl bei vielen recht militanten Fahradfahrern (jetzt schon E-motorisiert), die jegliche einschlägigen Verkehrsregeln ignorieren oder gar nicht kennen, als auch bei Autofahrern, die sich durch Engstellen drängeln, obgleich vor ihnen Hindernisse sind. Ansonsten ist auf dem Groß-Kleiner Weg für beide Arten von Verkehrsteilnehmern Platz genug, nicht aber auf dem Elmenhorster Weg, auf dem nun ausgewichen wird. Die Stadt (insbesondere das Verkehrsamt) hat es seit Jahren nicht geschafft, für beide Strassen eine akzeptable Alternative nutzbar zu machen, nämlich den Ausbau der Mecklenburger Allee, und genau das ist der Grund für die höhere Frequentierung des Groß-Kleiner Weges zu Sommerzeiten. Damit wird die Abpollerung zu nichts Anderem als zu billigen Aktionismus und ich hoffe sehr, dass diesen Umstand noch mehr Anwohner und Verkehrsteilnehmer als ich selber erkennen !!!

  • Stephan sagt:

    Hallo Herr Listemann,

    die vielen militanten Fahrradfahrer auf einer Fahrradstrasse, die jegliche einschlägige Verkehrsregeln ignorieren, kennen vllt einfach nur ihre Rechte auf einer Fahrradstrasse. Anscheinend kennen sie diese nicht.
    Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Daraus ergibt sich, wie auf Geh und Radwegen, die für den Autoverkehr frei gegeben wurden, ein Vorrangsrecht. Wenn ein Autofahrer also einbiegt, hat er egal wie es dort aussieht, immer Vorfahrt zu gewähren. Autofahrer müssen ihre Geschwindigkeit verringern, wenn sie nicht mit mind. 1.5m Abstand, bei Kindern 2m Abstand, überholen können. Sie kennen die Strasse selber, das ist dort nicht möglich, an keiner Stelle. Somit frage ich mich, welche Fälle denn dort noch auftreten könnten, die sie hier als militant und Verkehrsregeln ignorierend, aufführen.

  • Gabi sagt:

    In Deutschland gilt ein klares Gesetz der Straße: das des Stärkeren. Erst kommen die LKW, dann schnelle Luxuskutschen, worauf Mittelklassewagen, ältere Schrottkisten, Motorräder und Mofas folgen. Erst danach folgen Fahrräder und dann die endgültig Entrechteten der Straße: Fußgänger, Fußgängerinnen, Menschen mit Kinderwagen oder Rollator und Ältere am Stock. https://m.tagesspiegel.de/meinung/vorstoss-der-berliner-polizeipraesidentin-kennzeichen-fuer-fahrraeder-damit-werden-die-falschen-in-die-pflicht-genommen/26289120.html

    Solange Kfz zwischen Menschen fahren, ist jede Fußgänger- und Radfahrer- Infrastruktur nur ein Placebo. Seht her, was wir alles für euch tun. Und im nächsten Moment: ihr undankbares rücksichtsloses Pack.
    Im Gegensatz zu Fahrradstraßen, Verkehrsberuhigte Bereiche oder Fußgängerzonen sind mit Vz. 240/ 241 oder 239 ausgeschilderte Wege keine Fahrbahnen.

    Beim Vz. 244.1 Fahrradstraße steht u.a.: Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kfz-Verkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. Im Übrigen gelten die Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt. All das steht bei Vz. 240/ 241/ 239 nicht. Keine Höchstgeschwindigkeit. Keine Kfz.

    Bei der VwV zu Vz. 242 Fußgängerzone steht u.a.: Fahrzeugverkehr darf nur nach Maßgabe der straßenrechtlichen Widmung zugelassen werden. (Fußgängerzonen bestanden aus Fahrbahn und Gehweg, die dank Umwidmung zur Fußgängerzone wurden) Dieser Hinweis fehlt bei Vz. 240/ 241/ 239.

    Die Anordnung der blauen Fuß- und Radwegeschilder sollen der Sicherheit und Ordnung dienen. Die vielen Poller in Rostock sind Zeichen der Missachtung der StVO und sollen Menschen, Grünanlagen u.a. vor Autofahrern schützen.

    Die Freigabe von Geh- und/oder Radwegen für Kfz ist ein eindeutiger Verstoß der StVO § 2 Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen. Aber egal. Die Stärkeren machen ihre Gesetze.

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