Lange Straße soll Fahrradstraße werden

Die Lange Straße soll zur Fahrradstraße werden – nach Kritik an den bisherigen Planungen hat sich Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen für eine neue Variante ausgesprochen

17. Juni 2021, von
Lange Straße soll Fahrradstraße werden
Lange Straße soll Fahrradstraße werden

Kehrtwende bei der Neugestaltung der Langen Straße: Nachdem es heftige Diskussionen um die von Verwaltung und Polizei bevorzugten Varianten gab, soll die Magistrale im Zentrum von Rostock jetzt zur Fahrradstraße werden.

Erst vor einer Woche hatte Stefan Krause, Leiter des Mobilitätsamtes, noch den aktuellen Planungsstand im Ortsbeirat Stadtmitte vorgestellt. Er sah vor, dass der erst 2018 abgeschaffte, unfallträchtige Radfahrstreifen zurückkommt. Ansonsten sollte sich nicht viel ändern. Insbesondere, dass Fahrzeuge weiterhin quer bzw. schräg zur Fahrtrichtung parken, stieß auf Kritik.

Jetzt hat Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) die Planungen kassiert, wie Uwe Flachsmeyer (Grüne), Vorsitzender Sprecher des Fahrradforums auf dessen heutiger Sitzung erklärte. Bei einem Gespräch am Rande der gestrigen Bürgerschaftssitzung habe sich der Oberbürgermeister klar dafür ausgesprochen, dass „wir das Thema Fahrradstraße für die Lange Straße in Angriff nehmen“, so Flachsmeyer.

Der Impuls kam nach einem Besuch von Madsen in der Fahrradhauptstadt Münster, erklärt Clemens Weiss, neuer Referent des Oberbürgermeisters für Klima und Mobilität. In Münster gibt es so viel Radverkehr, dass vergleichsweise schmale Radwege nicht mehr ausreichen. „Fahrradwege sind von gestern, Fahrradstraßen von morgen“, laute eine der wichtigsten Erkenntnisse in der Fahrradhauptstadt.

„Das soll nur der Anfang sein“, sagt Weiss mit Blick auf die Lange Straße. In Rostock soll es künftig einen neuen Denkansatz geben, wenn es um die Infrastruktur für Radler geht. „Wenn wir solche Sachen planen, muss es zuerst eine Lösung für den Radverkehr geben, und dann gucken wir, wie wir andere Verkehre miteinbinden“, sagt der Referent des OB.

In Fahrradstraßen dürfen grundsätzlich nur Radfahrer sowie Elektrokleinstfahrzeuge, wie E-Scooter, fahren. Mit Zusatzzeichen können Kraftfahrzeuge erlaubt werden, dies wird auch in der Langen Straße so sein. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden, heißt es in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. Radfahrer dürfen hier ausdrücklich nebeneinander fahren, auch wenn Kraftfahrzeuge dadurch nicht überholen können.

In Rostock gibt es bislang lediglich vier Fahrradstraßen. Zuletzt scheiterte Ende 2020 eine geplante Abpollerung der längsten Fahrradstraße zwischen Lichtenhagen und Warnemünde am Widerstand der Ortsbeiräte. Mit ihr sollte der Durchgangsverkehr im Groß Kleiner Weg verhindert werden.

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5 Kommentare

  • sayed sagt:

    Es ist wichtig für die Stadt und Radfahrerinnen..

  • Klaus sagt:

    die Radfahrer müssen aber auch begreifen das es eine Straßenverkehrsordnung gibt, die es einzuhalten gilt. Als Fußgänger lebt man in der Kröpi und den Stadtteilen sehr gefährlich. Die Radfahrer fliegen hier besonders tief

  • Maik sagt:

    Alles für die Radfahrer – nur weiter so!

    Lieferverkehr wird maßlos erschwert, Anwohner mit Kfz jeder Art schikaniert, nur die Radfahrer werden hofiert.
    Dabei sind Radfahrer die größten Verkehrsrüpel! Ohne Rücksicht werden Gehwege mit einer Affengeschwindigkeit befahren, auf Fußgängerüberwegen wird sich einfach ein Vorrecht erzwungen das Radfahrern per StVO nicht zusteht, es wird beim Fahrrad fahren lustig telefoniert, Kinder ohne jeden Schutz in Lastenfahrrädern und auf Gepäckträgern transportiert, alle möglichen Gegenstände auf unzulässigste und gefährlichste Art und Weise auf Fahrrädern transportiert, Fahrräder an engsten Stellen abgeparkt und an Verkehrszeichen und auch privaten Gegenständen anderer Bürger angeschlossen, rote Ampeln werden ebenso ignoriert wie fast alle anderen Verkehrsregeln, Radfahrer attackieren Kraftfahrzeuge, Kraftfahrer und Fußgänger und verschwinden anschließend schnell in die Anonymität. Und geschieht etwas sind immer die anderen schuld. Nur für sich selbst keine Regeln gelten lassen. Aber all das ist egal, da Fahrradfahrer am lautesten schreien und dabei mediale Unterstützung ebenso genießen wie die Fürsorge ihrer Lobbyisten, zu denen der Verkehrs- und Bausenator schon lange gehört und der Oberbürgermeister anscheinend nun auch. Dabei sollten beide der Allgemeinheit dienen und nicht nur einer kleinen Interessengruppe.

    Und nur falls jetzt wieder die üblichen Pseudoökoargumente mit der entsprechenden Polemik kommen werden:
    Schreit ruhig wie ihr es immer macht, ich werde mich darauf bestimmt nicht einlassen, denn Radfahrer lassen in Ihrer Intoleranz ohnehin nichts gelten was nicht in Ihre Ideologie passt.

    Ein Letztes noch: Ich bin Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger, alles zu ungefähr gleichen Teilen. Ich erlebe Straßenverkehr also aus allen Perspektiven.

  • Michael sagt:

    Hallo Maik,

    all das was sie erzählen stimmt für einen Teil der Radfahrer mit Sicherheit und es kotzt mich als Radfahrer besonders an, weil ich von Personen wie Ihnen dann mit in diesen Topf geworfen werde. Ich halte an jeder roten Ampel als Radfahrer.
    ABER: Alle Punkte die sie aufzählen treffen auf Autofahrer genauso zu. Da wird auch telefoniert (auch bei 150km/h und mehr), kein Abstand eingehalten, in Feuerwehrzufahrten geparkt, Radfahrer regelwidrig überholt, auf Gehwegen gefahren weil man „kurz“ was ausladen muss, etc. pp.
    Will heißen: Es ist nicht das Fortbewegungsmittel, dass die Person zum Verkehrsrowdy macht, sondern die Einstellung der Person selbst. Die meisten Menschen handeln nunmal egoistisch und das sieht man dann gerade im Verkehr sehr gut.

    Und im Gegensatz zu Radfahrern haben Autofahrer tatsächlich eine Lobby. Die Autoindustrie gehört zu den großen Parteispendern und den einflussreichsten Wirtschaftszweigen in DE. Der ADAC ist um ein vielfaches mächtiger als der ADFC.

    Würde alles nur für Radfahrer gemacht werden, wie sie beschreiben, dann erklären Sie uns doch bitte warum man nichtmal von Rostock nach Güstrow kommt ohne auf der Landstraße neben Autos mit 100 km/h fahren zu müssen – das macht keinen Spaß. Schauen Sie sich die Niederlande oder Dänemark an – da wird was für Radfahrer getan, hier wird man ignoriert und stattdessen das E-Auto als Heilsbringer angepriesen.

  • Maik sagt:

    Hallo Michael,

    Sie haben natürlich recht, auch unter allen anderen Verkehrsteilnehmern gibt es A…..löcher, keine Frage. Wir beide gehören dann zu den wenigen Radfahrern die an einer roten Ampel halten, wir sollten uns also gut erkennen wenn wir uns mal treffen sollten. Hier auszudiskutieren ob Ihre oder meine Ansicht richtig ist halte ich für schwierig, das würde in einem direkten Dialog besser funktionieren. Nach meinen Erfahrungen (und nur von diesen kann ich ausgehen) verhalten sich 90% aller Radfahrer regelwidrig und rücksichtslos, was vermutlich auch in der Anonymität des Radfahrer begründet ist. Ein Kfz hat ja schließlich ein Kennzeichen und ein Radfahrer ist so ziemlich immer anonym.

    Tatsächlich ist der ADAC ein Intessenverein für Autofahrer und sicher hat die Autoindustrie Parteien gesponsort. Der ADFC hatte bisher diese Mittel vermutlich nicht in diesem Umfang. Aber Lobbyismus ist nicht nur Finanzierung sondern auch Stimmungmache in den medien und das ist der ADFC, Radentscheid und wie die ganzen Verbände und Vereine alle heißen dem ADAC um Welten überlegen. Und andere Industrien haben durchaus auch Fahhradlobbyisten gesponsort. Und mittlerweile ist Radfahren aus meiner Sicht in weiten Teilen eine Ideologie geworden die auch von Parteien wie den Grünen sehr deutlich und zum Teil auch ohne Sachargumente nur aus ideologischen/ parteipolitischen Gründen massiv unterstützt wird.

    Kraftfahrzeuge/ Verbrennungsmotoren werden z.B. verdammt und sollen verboten werden, obwohl ausreichende alltags- und massentaugliche Alternativen noch gar nicht verfügbar sind. Die Förderung der E-Mobiltät schafft neue und gewaltige Umweltprobleme schon bei der Rohstoffbeschaffung, wird aber in den Himmel gelobt. Das in Kürze anstehende Entsorgungsproblem der Massen an Batterien und E-Motoren wird ebenso ignoriert wie seinerzeit das Entsorgungsproblem bei den Kernkraftwerken. Die Unterschiede sind da nur marginal.

    Zu dem was die Radfahrer immer gerne tun die Verweisungen auf Dänemark: Ich bin recht oft dort und in Dänemark halten sich die dänischen Radfahrer überwiegend an die Verkehrsregeln. Deutsche Radfahrerer hingegen erkennt man auch in Dänemark oft sehr gut an ihrem rücksichtslosen und regelwidrigen Verhalten. Zu den Niederlanden kann ich nicht viel beitragen, dort war ich erst 2x.

    Damit würde ich von meiner Seite aus die durchaus interessante Diskussion hier nicht fortführen wollen, da ich diese Plattform als dafür nicht geeigent empfinde.

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