Nature and More – Finnische Kunst in der Kunsthalle

Ein sinkendes Haus im Schwanenteich und Fotografie- und Videoarbeiten von neun zeitgenössischen finnischen Künstlern in der Kunsthalle Rostock

28. Juni 2014, von
Anni Rapinoja in der Kunsthalle Rostock
Anni Rapinoja in der Kunsthalle Rostock

Finnland hat nicht nur Landschaftsmaler zu bieten. Das zeigt die aktuelle Ausstellung „Nature and More“ in der Rostocker Kunsthalle mit Arbeiten zeitgenössischer finnischer Künstler.

Natürlich spielt die Natur immer noch eine große Rolle, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Es ist nicht nur das Thema an sich, sondern beispielsweise auch das Material.

Edel wie in einem Pradashop wurden die Schuhe und Handtaschen aus der Serie „Wardrobe of nature“ von Anni Rapinoja im White Cube inszeniert. Sie bestehen gänzlich aus Naturmaterialien. Preiselbeerblätter, Weidenkätzchen und andere flauschige Blütenstände, verlassene Wespennester und Schilf fügt sie zu Kleidungsstücken zusammen, die jedoch nur zu betrachten sind. „Ich möchte damit verdeutlichen, dass die Menschen ein Teil der Natur sind“, erläutert die Künstlerin und Umweltaktivistin.

Mit Fragen der Identität befasst sich auch Janne Lethinen in seinen Fotografien. Sie zeigen ihn bei verschiedenen Flugversuchen (sein Vater war ein berühmter Segelflieger) vor der weiten finnischen Landschaft. Oft bietet die Natur eine Bühne für künstlerische Auseinandersetzungen in Fotografie und Video.

So auch in Jaakko Heikkiläs Film. Der Nordfinne hat entlang eines Flusses sieben sehr unterschiedliche Menschen ihre traurigen und humorvollen Geschichten erzählen lassen. Eingebettet werden diese Erzählungen in der großartigen finnischen Natur im Lauf der Jahreszeiten.

Marja Pirilä
Marja Pirilä

Einen dokumentarischen Ansatz wählte Marja Pirilä. Mit ihrer einzigartigen Camera-Obscura-Technik transformiert sie ein ganz normales Schlafzimmer in eine Kamera. In einer Kombination mit einer normalen Linsenkamera blendet sie das Äußere vor dem Fenster in den abgedunkelten Raum. „Ich wollte in einem Bild die Menschen in ihrem Zuhause und die Landschaft, in der sie leben und die sie durch das Fenster sehen, zeigen.“

Die neuen technischen Medien seien schon seit über zehn Jahren ein beliebtes Ausdrucksmittel, erklärt die Kuratorin Ritva Röminger-Czako von der deutsch-finnischen Gesellschaft. Objekte und Malerei seien ganz bewusst nicht vertreten, sagt die Kunsthistorikerin. „Wir denken, dass man in diesen Arbeiten sieht, was für Finnland typisch ist. Wir sind ja keine Menschen, die auf der Straße schreien. Es ist nicht alles schrill bunt und mit kräftigen Farben. Wir sind mehr still, haben aber einen feinen, mitunter skurrilen Humor.“

Etwas skurril dürfte auch das Kunstwerk werden, was erst noch entstehen soll. Tea Mäkipää wird im Schwanenteich neben der Kunsthalle ihre Außeninstallation „Atlantis“ aufbauen. Das Haus, das im Wasser versinkt, hat sie schon an mehreren Orten Europas gezeigt. Nun soll es zur Hanse Sail die Betrachter zum Nachdenken über die Folgen der Veränderungen in Umwelt und Natur anregen.

Finnland ist nicht nur Partnerland der diesjährigen Hanse Sail, sondern auch Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Aus diesem Anlass haben die Finnische Botschaft und das Finnische Kulturinstitut in Deutschland Kulturaktivitäten entwickelt, zu denen auch die Ausstellung der neun zeitgenössischen finnischen Künstler in der Rostocker Kunsthalle gehört.

Die Ausstellung ist bis zum 14. September 2014 dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr in der Kunsthalle Rostock (Hamburger Straße) zu sehen.

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